Druckschrift 
1 (1913)
Entstehung
Seite
94
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

94

4. Über Canavalienphasin.

In die uns hier interessierende Abteilung der Phaseoleaegehört auch die tropische Canavalia. Eine Canavalia virosaW. et Arn. sive Dolichos virosa ist in Ostindien heimisch undwirkt giftig. Die Samen der ebenfalls dort heimischen Cana-valia obtusifolia DC. sive Dolichos obtusifolia Lam.kommen als Verfälschung der Kalabarbohne vor. Die Früchteder Hackemesser-Kanavalie, Canavalia incurva, japanischNata-mame sind hackemesserähnliche riesige Schoten. Die darinenthaltenen Bohnen werden in Japan in reifem und auch schonin unreifem Zustand genossen. Die uns am meisten interessierendeArt ist die Canavalia ensiformis DC. Sie wurde an michvon der Biologischen Station in Amani eingeschickt. DasBegleitschreiben meldet, dass sie dort sehr gut fortkommt undreichen Ertrag liefert, man wisse aber nicht, ob sie ungiftig sei.L. Lewin bezeichnet sie als nicht ganz unbedenklich. NachG. Deagendorfe kommt sie auch in Südasien, Westindien undVenezuela vor und dient hier und da als Gemüse; die Samensollen auch bei Frauenkrankheiten und das Blatt gegen Arthritisverwandt werden. Die Bohne dieser Pflanze könnte, wenn un-giftig, für die Ernährung eine hohe Bedeutung erlangen. Eineeingehende Analyse der uns eingeschickten Samen ergab:

Wasser............ 12.24 °/ 0

Rohfett............ 2.96

Asche ............. 2.71

P,0 0 ............. 0.79

Stickstoffsubstanz ........ 29.39

Maltose ............ 0 ,,

Dextrin............ 1.58

Stärke............ 26.52

Bohfaser ............ 7.55

Methylpentose, Rhamnose...... 1.15

Sonstige Pentosen bezw. Pentosane , . 9.54 bezw. 8.33 °/ 0

Lecithine........... 1.67 °/ 0

In einer früher von Assmann veröffentlichten Analysemeines Institutes ist der Stickstoffwert zu hoch und der Stärke-wert zu niedrig ausgefallen. Ich nehme diese Angaben hiermitzurück. Über den Fettgehalt liegt mir die Angabe von ClemensGrimme 1 ) vor, der 2.81 °/ 0 gefunden hat, was zu obiger Angabe gut

l ) Über Papilionaceenöle. Pharmaz. Zentralhalle Jahrg. 1911, S. 1141.