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Immerhin zeigen diese Versuche, dass man noch Dosenvon einem Milligramm Krotonöl, ja noch wesentlichweniger durch den Froschversuch nachweisen kann.
Wurde statt in den Rückenlymphsack unter die Haut deseinen Oberschenkels gespritzt, so waren die Veränderungennatürlich in der Muskulatur dieses Schenkels am stärksten;aber der blutige Inhalt des Magendarmkanales fehlte auchhier nicht.
Wurde dagegen das Gift durch die Speiseröhre in denMagen eingeführt, so waren viel grössere Dosen nötig, als sub-kutan, um die Tiere zu töten.
Bei einer Versuchsreihe, die das Intaktbleiben der Magen-wandung erklären sollte, liess sich nun nachweisen, dass nachsubkutaner Einspritzung die Ausscheidung des Blutes inden Magendarmkanal nur an einer einzigen Stelle er-folgt und zwar durch die Mundschleimhaut. Wurdenämlich um die Speiseröhre vor der Einspritzung eine Ligaturgelegt, so wurde nach dem Tode der ganze unterhalb der Ligaturliegende Teil des Magendarmkanales absolut blutfrei gefunden;aber dicht über der Ligatur fand sich reichlich Blut und Schleimund füllte auch die Mundhöhle, aus deren Schleimhaut es nach-weislich stammte. So wird es- verständlich, dass der Magensich selbst bei mikroskopischer Untersuchung völlig normal er-wiesen hatte. Die Ausscheidung eines subkutan eingespritztenStoffes nur durch die Mundschleimhaut des Frosches ist rechtauffallend, steht aber nicht ganz beispiellos da. Ich habe schonvor 20 Jahren durch Alex. Samojloef 1 ) den Nachweis führenlassen, dass glyzyrrhizinsaures Silber nach subkutaner Ein-spritzung durch den Mund ausgeschieden und schliesslich durchdie Kloake als schwarzer silberhaltiger Klumpen ausgestossenwird. Auch in diesem Falle führten erst Unterbindungen zurrichtigen Erkenntnis. Wurde oberhalb der Kloake unterbunden,so fand sich der schwarze silberhaltige Klumpen im unterenDünndarm. Wurde unterhalb des Magens unterbunden, so fandsich das Silber im Magen. Wurde endlich die Speiseröhreunterbunden, so fand sich die dunkle Masse im Munde.
*) Ein Beitrag zur Pharmakologie des Silbers. Arbeiten des pharmakol.Inst, zu Dorpat, herausgegeben von K. Kobert, Bd. 9 (Stuttgart 1893), S. 27.