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1 (1913)
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67
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5 ccm des zehnfach verdünnten, für 1 Stunde auf 70 ° erhitzten Aus-zuges des fraglichen Erdnussmehles, entsprechend O.lg Mehl, wurden abendsmit 5 ccm 2°/ 0 igem Kaninchenblut versetzt. Früh war feste totaleAgglutination eingetreten. Nun wurde die über dem Agglutinat stehendeklare Flüssigkeit abgehoben und mehrmals kleine Mengen physiol. Kochsalz-lösung als Waschwasser vorsichtig aufgebracht, ohne den Agglutinatkuchenzu zerstören. Alsdann wird dieser in einer kleinen Reibschale mit 2 Tropfenverdünnter Salzsäure verrieben, wobei er braunschwarz wird. Eine halbeStunde später wird mit Sodalösung- neutralisiert. In dem Augenblick, wodie Neutralität, erreicht wird, wird die bis dahin schmierige Masse fest undpresst farblose Flüssigkeit aus. In diesem Zustand wird durch ein ganzkleines Filter filtriert und 20 Minuten lang mit phj'siol. Kochsalzlösungtropfenweis nachgewaschen, bis 5 ccm Filtrat gewonnen sind. Dieses istganz klar und nur spurweis gelblich gefärbt. Es enthält weder Erdnuss-bestandteile noch Hämoglobin, sondern nur Rizin und Kochsalz. Es wirdvun neuem abends mit 5 ccm 2 °/ 0 igem Kaninchenblut versetzt und führtüber Nacht von neuem totale feste Agglutination herbei. Der Versuchwurde dann wiederholt, indem erst Taubenblut und nach der Wieder-gewinnung Kaninchenblut verwendet wurde. Das Ergebnis war dasselbe.

Wenn man bedenkt, dass hier nur 0.1 g Erdnussmehlverwendet wurde, und dass demgemäss auch die darin als Ver-unreinigung steckende Rizinmenge naturgemäss nur sehr kleingewesen sein kann, kann man dieser Methode, das Gift zuisolieren und dann von neuem zur Agglutination zu verwenden,seine Anerkennung wohl nicht versagen.

Als Experimentum crucis blieb jetzt noch die Isolierungdes Eizins zum Zweck der Identifizierung durch den Tier-versuch.

Zu diesem Behufe wurden 25 ccm Erdnussmehlauszug, entsprechend5 g Mehl mit 1 ccm unverdünntem defibriniertem Menschenblut versetzt.Nach 12 Stunden wird das feste Agglutinat gewaschen, mit C1H zersetzt,neutralisiert und filtriert unter tropfenweisem Zusatz von 0.9 °/ 0 iger Koch-salzlösuTig, bis 5 ccm Filtrat erhalten sind. Diese klare, leicht gelb gefärbteFlüssigkeit wird einem Kaninchen von 1280 g unter die Haut gespritzt.Es stirbt nach 30 Stunden unter Lähmungserschehmngen.

Die Sektion ergibt sulziges Ödem an der Injektions-stelle und einzelne Blutaustritte ins grosse Netz.

Somit war im Hohenheimer Prozess der Beweisgeliefert, dass sich aus dem rizinushaltigen Erdnuss-kuchen trotz Widerspruchs der Gegenpartei wirksamesGift rein abscheiden und sowohl durch die biologischeProbe, d. h. durch Agglutination als durch die toxi-kologische als Rizin identifizieren Hess.

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