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1 (1913)
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in

Diese Blutversuche zeigen ebenfalls, dass der zuprüfende Kokoskuchen stark rizinhaltig" war.

Ich versuchte zum Schluss noch das Gift aus dem Blutewiederzugewinnen.

Zu diesem Belrafe versetzte ich 4 ccm des Auszuges, entsprechend0.2 g Presskuchen, tropfenweis mit unverdünntem Menschenhlut, solangedies noch agglutiniert wurde. Das Agglutinat brachte icli auf ein Filterund wusch es mit physiol. Kochsalzlösung aus. Dann zersetzte ich denFilterrückstand in einem kleinen Reibschälchen mit 2 Tropfen verdünnterSalzsäure, neutralisierte mit Natriumkarbonat und laugte auf dem Filtermit 5 ccm physiol. Kochsalzlösung aus. Das Filtrat wurde morgens 10 Uhreinem Meerschweinchen von 340 g unter die Haut gespritzt. Abends6 Uhr machte es noch einen ziemlich normalen Eindruck, aber früh wurdees tot vorgefunden.

Die Sektion ergab Blutaustritte im Netz und im Dünndarm, invielen Schlingen blutiger, dünnflüssiger Darminhalt.

Damit war zur Evidenz erwiesen, dass die die Agglu-tination bedingende Substanz Rizin war.

Bald darauf erhielt ich von der Versuchsstation inWiesbaden eine Probe Rizinuskuchen, von der vermutet wurde,dass sie wohl aus derselben Quelle stammen könne wie dieobige, und die ebenfalls giftig gewirkt hatte.

25 g dieses Presskuchens wurden mit 100 ccm 0.9°/ o iger Kochsalz-lösung und 10 Tropfen Toluol 24 Stunden lang bei 38° gehalten, dann ab-gepresst, das Abgepresste neutralisiert, filtriert und der Filterrückstand ge-waschen, bis 100 ccm Auszug vorhanden waren. Davon wurden 10 ccm,entsprechend 2.5 g Presskuchen, einem Kaninchen von 1500 g abends unterdie Haut gespritzt. Früh wird es tot vorgefunden.

Sektion. An der Injektionsstelle unter der Haut sehr zahlreichepunktförmige Blutaustritte, aber kein Ödem. Im rechten Herzen und zwarnamentlich im Vorhof ein sehr grosses fest geronnenes Blutkoagulum. Dasgrosse Netz, das Bauchfell und der obere Teil des Dünndarmes vonaussen stark gerötet. Im Lumen des Dünndarmes 2530 cm unterhalb desMagens zwei Herde punktförmiger Blutaustritte in die Schleimhaut. Harn-blase leer; ihre Schleimhaut stark gerötet.

Bei Blutversuchen mit menschlichem Plazentarblut wirkte noch derAuszug aus 0.25 Presskuchen binnen 2 Stunden total agglutinierend.

Ein weiterer Teil des Auszuges, 40 ccm betragend, wurde mit gleichenTeilen Alkohol gefällt und der Niederschlag nach dem Absaugen 80 Minutenlang im Vakuum bei 50° getrocknet. Der Trockenrückstand wurde sodannin 10 ccm physiol. Kochsalzlösung suspendiert und nach 19stündigem Dige-rieren bei 38° filtriert. 1 ccm entsprach jetzt 1 g Presskuchen. Schon derzwölfte Teil eines Kubikzentimeters genügte, um in 10 ccm l°/ 0 igenKaninchenblutes nach l 1 / 2 Stunde völlige feste Agglutination herbeizuführen

Zum Schluss wurde einem Kaninchen von 1800 g von dem unge-reinigten Auszug eine Injektion von 5 ccm unter die Haut gemacht. Nach