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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Platini- und Platinovei'biiidun^e

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Metalls in Königswasser hinterbleibt Platinchlorwasser-stoffsäure, PtClcrL • 6H2O, braunrothe, sehr zerfliessliche

Prismen, welche Verbindung gewöhnlich »Platinchlorid«genannt wird 1 ); cf. pag. 7G, Anm. 4. Die Salze derPlatinchlorwasserstoffsäure, die Cliloroplatinate, sindtheilweise in Wasser sehr schwer löslich, wie das gelbe,octaedrische PtCUKi, PtCh(NH*)%\ letzteres hinterlässtbeim Glühen Platinschwamm: Nachweis des Platins.

Platinsäure, Pt(OH)4, Platinihydroxyd stellt mandar durch Kochen von Platinchlorid mit Natronlaugeund darauffolgende Fällung mit Essigsäure; es ist eingelblicher Niederschlag, der sich leicht in Natronlaugezu Natriumplatinat und in Säuren zu Platinisalzenlöst; gelindes Erhitzen führt ihn über in schwarzespulveriges Platindioxyd, PtÜ2. 2 )

Bei 200° verwandelt sich Platinchlorid in Platin-clilorür, PtCb, Platinochlorid, ein in Wasser unlöslichesgrünes Pulver.")

Mit Alkalien erwärmt geht es in Platinoliydroxyd,Pt(OH)2, über, welches durch behutsames Erhitzen grauesPiatinooxyd, PtO, liefert. Aus der Lösung des Platin-chlorürs in Cyankalium krystallisirt Platinocyan-kalium, Pt(CN)4Ka • 3H2O, in grossen, prachtvolldichroitischen Prismen; im durchfallenden Lichte er-scheinen dieselben gelb, im auffallenden blau. Die ent-sprechende Platinocj anwasserstoffsäure, Pt(CN)4H2,krystallisirt in goldgelben Nadeln; cf. pag. 204; ihre Salzemit Metallen der alkalischen Erden und Schwermetallensind ebenfalls durch wunderbares Farbenspiel ausgezeichnet.

! ) Das eigentliche Platinchlorid, PtCU-öHaO, rothe, luft-beständige Krystalle, erhält man aus der gelbrothen Lösung, welcheentsteht auf Zusatz von Silbernitrat zur Lösung der Platinchlorwasserstoff-säure, wobei zugleich Chlorsilber und Silberplatinchlorid gefällt werden.-) Schwefelwasserstoff fällt aus Platinchlorid schwarzesPlatindisulfld, PtS», welches sich in Schwefelalkalien zu Sulfo-platinaten auflöst; Nachweis des Pt.

s ) Durch Einwirkung von Ammoniak auf Platinchlorürerhält man eine Reihe interessanter Platinaminverbindungen, P^NHä^Xa,Pt(NHs>X.i, Pt(NHs)4X 2 , Pt(NH3>iX 4 , deren Constitution aber nochnicht ganz aufgeklärt ist.