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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Metalle der VIII. Gruppe.

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weiterhin Nickel, Rhodium 1 ), Iridium 2 ) und Kobalt,Palladium 3 ), Platin sich mehr an Kupfer, Silber,Gold anschliessen. Dann zeigen die in der gleichenHorizontalreihe befindlichen Glieder der VIII. Gruppein ihren physikalischen Eigenschaften grosse Ueberein-stimmung, so dass man dieselben in specielle Gruppenzusammengefasst hat: a) Eisengruppe (Fe,Ni, Co): spec.Gew. 7.8 bis 8.6; die drei Metalle sind magnetisch.

*) Rhodium, Rh = 104.1 (nach neueren Bestimmungen vonSeubert ist Rh = 102.7), ein weisses, sehr sprödes Metall, schmilztviel schwieriger als Platin. Das reine Metall löst sich nicht inKönigswasser, wohl aber, wenn es mit Platin legirt ist. Mit Chlorverbindet es sich lediglich zu dem Chlorid, RI12CI6, eine braunrotheMasse, die mit Alkalichloriden schön krystallisirende rothe Doppel-salze liefert. Wird das pulverförmige Metall an der Luft erhitzt odermit Salpeter geschmolzen, so oxydirt es sich zu Rhodiumdioxyd,Rh O?, welches ein braunes, säureunlösliches Pulver vorstellt.

-) Iridium, Ir = 192.6, findet sich in den natürlich vorkommen-den Legirungen »Osmiridium« und »Platiniridium«. Es ist einstahlgraues, sprödes, äusserst schwer schmelzbares Metall und bildet dieChloride, IrCla, IrsCle und IrCU. Das Tetrachlorid, IrCk, wirderhalten als schwarze, zerfliessliche Masse durch Auflösen des sehr feinvertheilten Metalles oder seiner Oxyde in Königswasser und Verdunsten-lassen; mit Alkalichloriden verbindet es sich zu octaedrischen Doppel-salzen, IrClsR»; beim Kochen seiner Lösung mit Kalilauge entstehtIridiumhy droxy d, Ir(OH)4, als indigoblauer Niederschlag.

s ) Palladium, Pd = 105.6 (nach Keiser 106.7), kommt ausserim Platinerz, auch in Gold und Selen führenden Erzen vor. Zu seinerDarstellung wird die bei der technischen Aufarbeitung der Erze er-haltene Lösung, aus welcher das Platin durch Salmiak gefällt worden,neutralisirt und mit Quecksilbercyanid versetzt, worauf weisses Palla-diumcyanür, Pd(CN)2, sich ausscheidet. Letzteres hinterlässt beimGlühen im Wasserstoffstrom das fast silberweisse Metall, welches leichterschmilzt als Platin. Durch Lösen des Metalls in Königswasser resultirtPalladiumchlorid, PdCLi, dessen dunkelbraune Lösung beim Ein-dampfen Palladiuiliclllorür, PdCb, als braune Masse zurücklässt ;beide Chloride liefern mit Alkalichloriden krystallisirende Doppel-salze; aus der Lösung des Chlorürs fällt Jodkalium schwarzesPalladiumjodÜr, Pd J»; Trennung des Jods von Chlor und Brom. UeberPalladiumwasserstoff, PdäH, vgl. pag. 46. Von allen Platinmetallenwird Palladium am leichtesten und vollständigsten durch Schwefel-wasserstoff aus den Lösungen seiner Oxydulsalze gefällt; beim Ein-dampfen des gebildeten Palladimnsulfttl'S, PdS, mit ammonia-kalischem Quecksilbercyanid, Verglühen des Rückstandes unddarauffolgendes Erhitzen im Wasserstoffstrom entsteht quantitativ Pal-ladiummetall', F. W. S.

Schmidt, Kurzes Lehrbuch der Chemie.

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