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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Metalle der III. Gruppe.

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wie das Aluminiumoxyd verhalten, gehören jedoch, gleich-falls in Analogie mit den Elementen der »Magnesium-Reihe«: Zink, Cadmium, Quecksilber, 1 ) zu denSchwermetallen; cf. pag. 125.

glänzend grüne Linie. Reines Thallium ist glänzend bläulich-weiss,ähnlich dem Blei, aber weicher als dieses Metall; sein spec. Gew.beträgt 11.8, es schmilzt bei 290°. In der Natur findet sich dasThallium spärlich, aber ziemlich verbreitet, wie in vielen Schwefel- undKupferkiesen und einigen Iithionhaltigen Glimmern, ferner in Soolen,von welchen die Nauheimer Mineralquelle erwähnt sei. Der Crookesitvon Skrikerum enthält 17.25 Procent Thallium. An dem Thalliumzeigt sich so recht der Einfluss des hohen Atom-Gewichtswerthes,cf. pag. 119. Thallium ist nicht allein dreiwerthig in den Thalli-verbindungcriy sondern es tritt auch noch einwerthig auf: Thallosalze.Und die Eigenschaften der letzteren sind derart eigenthümlich, dassDumas Thallium das »Schnabelthier der Metalle« nannte. Eslöst sich nämlich das Thallooxyd, TL O, ein schwarzes Pulver, inWasser zu Thallohydroxyd, Tl OH, dessen farblose Lösung starkalkalisch reagirt; eine weitere Analogie mit den Alkalien bildetdie Löslichkeit des Thallocarbonates, COs Tis, sowie des Thallo-silicates, Siio Oss Tlo, in Wasser, und die Isomorphie der Thallo-phosphate, des Thallomagnesiumsulfates, SO4 Mg ■ SO4 Tis •6 ILO, und des sog. »Thalliumalauns«, (SO«)«Ala • SOiTls .24HsO,mit den entsprechenden Kaliumsalzen; dann ist das Thalloplatin-chlorid, Pt Clo TL, analog dem Kaliumplatinchlorid, in Wasserschwer löslich. Auf der anderen Seite gleicht aber das Thallochlorid,Cl Tl, welches durch Salzsäure als weisser, käsiger, am Licht violettwerdender Niederschlag gefällt wird, das weisse, schwer lösliche Thallo-bromid, Br Tl, und das Thallojodid, J Tl, eine hellgelbe, sehrschwer lösliche Fällung, den entsprechenden Silber-Verbindungen.Ferner erzeugt Schwefelammon einen schwarzen Niederschlag vonThallosulfid, Tis S, der in Mineralsäuren leicht löslich ist. Thallo-sulfid wird auch aus essigsaurer Lösung durch Schwefelwasserstoffgefällt — Analogie mit Zink. Dazu kommt noch, dass das Thallium-metall in seinen physikalischen Eigenschaften sich dem Blei nähert,wodurch die Bezeichnung »Schnabelthier der Metalle« wohl gerecht-fertigt erscheint. Das Thallioxyd, Tis Os, ist schwarz, das Hydroxyd,ein braunes Pulver, hat die Formel Tl O (OH). Thallichlorid, T1CL,krystallisirt mit 1 Hs O in farblosen, sehr zerfliesslichen Prismen BeimEinleiten von Chlor in die Lösung von Thallihydroxyd in Kali-lauge färbt sich dieselbe intensiv violett, wahrscheinlich in Folge derBildung von thalliumsaurem Kalium. Alle Thalliumverbind-ungen sind giftig. Sie dienen zur Herstellung des »Thalliumglases«,welches noch stärker lichtbrechend ist als Bleiglas.

*) Aber es zeigt sich ein ganz bedeutender Unterschied im Ver-halten der Metalle darin, dass in der Reihe Gallium, Indium,Thallium mit zunehmendem Atom-Gewicht auch der Schmelzpunktsich erhöht: Ga = 69.8 schmilzt bei 30.1°, In = 113.5 bei 176°,