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Kurzes Lehrbuch der anorganischen Chemie : ein Repetitorium für Chemiker, Mediciner und Pharmaceuten
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Metalle der III. Gruppe.

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Die paaren Reihen der III. Gruppe werden ein-genommen von den Metallen der seltenen Erden 1 ):Scandium, 2 ) Yttrium, Lanthan, Ytterbium, derenOxyde noch ausgesprochen basischen Charakterbesitzen. Ferner ist das Aluminium das Element »mitniedrigstem Atom-Gewicht« in den unpaaren Reihen,analog dem Magnesium in der IL Gruppe, ein Leicht-metall. Im Gegensatz zu den Oxyden der Scandium-Reihe, hat aber der basische Charakter des Alu-miniumoxydes, AI2O3, eine derartige Abschwächungerfahren, dass es starken Basen, KOH, Na OH, gegenübersich wie eine schwache Säure verhält; cf. pag. 179 f. Die

v ) In Folge der erdartigen Beschaffenheit ihrer Oxydeund ihres seltenen Vorkommens in den ebenso seltenen schwedischenresp. grönländischen Mineralien: Cerit, Euxenit, Gadolinit, Thorit etc.,fasst man Scandium, Yttrium, Lanthan, Ytterbium, fernerErbium, Cer (IV. Gruppe), Didym (V. Gruppe), Holmium (Soret'sElement X), Samarium, Terbium, Thulium, zusammen unter dem Namen>Metalle der seltenen Erden«. Diese Metalle zerfallen in zweiKlassen: I. Solche, deren Salzlösungen kein Absorptionsspectrumgeben, wie Sc, Y, La, Yb, Ce, Tb, und II. Solche, deren SalzlösungenAbsorptionsspectren hervorrufen, wie Di, Er, Ho, Sa, Tm. Alle dieseKörper werden aus ihren Salzlösungen durch Oxalsäure, C2O4H2,gefällt (Analogie mit den alkalischen Erden) und liefern meist Schwer-inlösliche Sulfate resp. Kalium-Doppelsulfate der Form (SO^sRs •3 SO* K2 (Unterschied von AI, Ga, In). Mit den Elementen der »Alu-minium-Reihe« haben sie die Eigenschaft gemeinsam, dass sie durch

IIIAmmoniak, NHs, aus ihren Lösungen als Hydroxyde, R (OH)s,fällbar sind (Unterschied von den alkalischen Erden). Was nun dieKörper selbst anbetrifft, so soll nochmals hervorgehoben werden, dassdie »Absorptionsspectren-erzeugenden seltenen Erdmetalle« keine Ele-mente, sondern sehr wahrscheinlich Gemenge sind, was Auer vonWelsbach bereits 1885 für das Didym sicher nachwies; vgl. pag. 4,Anm. 2. — Die Reindarstellung der seltenen Erden scheint noch da-durch erschwert zu sein, dass ein sicheres Kriterium dafür, ob eineAbsorptionsspectren-erzeugende Erde mit Erden der I. Klasse verun-reinigt ist, wohl kaum existirt.

2 ) Das Scandium, Sc =;44.0, beansprucht als i,Ekabori. Mende-lejeff's besonderes Interesse; cf. pag. 33. Sein Kaliumdoppel-sulfat, (SO4):] Sc2 • 3 SO4 Kä, ist unlöslich in Kaliumsulfatlösung, da-gegen löslich in warmem Wasser. Sein Oxyd, Sca O3, gleicht imAussehen der Magnesia; sein Hydroxyd, Sc (OH)s, wird durch Alkali-laugen als gelatinöse Masse gefällt und ist im Ueberschuss des Fällungs-mittels unlöslich (Unterschied von Aluminium).