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410 Keto- und Oxyhexamethylene.
Keton- und alkoholartige Derivate des Hexamethylens.
Ketohexamethylen, CH 2 ■ CH 2 • CH 2 • CH 2 • CH ? -CO. Dieses Ring-koton wurde zuerst durch Destillation von n-pimelinsaurem Kalk dar-gestellt (S. 201 und 394), und lässt sich auch durch Oxydation von Oxy-hexamethylen gewinnen, in das es durch Reduction wieder übergeht(B. 26, K. 709; 27, R. 117.). Es bildet ein bei 155° siedendes, pfeffer-minzähnlich riechendes Oel. Salpetersäure spaltet zu Adipinsäure.
Hexahydrophenol (Oxyhexamethylen) C 6 H n (OH). Chinit ausS uccinyl bemsteinsäure (s. u.) liefert bei der Behandlung mit verdünnterJodwasserstoffsäure ein Jodhydrin, C ß H 10 J(OH), als farbloses Oel; dieseswird durch Zinkstaub und Eisessig sehr leicht zu Oxyhexamethylenreducirt. Letzteres siedet unter 720 mm bei 157 bis lö9°, erstarrt zueiner blättrigen Krystallmasse, Smp. 15°, und riecht wie Fuselöl. Es löstsich in Wasser weit mehr, als die entsprechenden Alkohole der Fett-reihe. Ist die Muttersubstanz des Menthols (s. u.) (v. Baeyer 1893).
««j-Dimethylketohexamefhylen, CH, • CHT• (CH 2 )j • CH(CO) ■ CH 3 , Sdp. 173°,aus aocj-dimethylpimelinsaurem Kalk. aa-,Diäthylketohexamethylen, Sdp. 205bis 207°, aus diäthylpimelinsaurem Salz.
accj-Dimethyloxyhexamethylen, 0 6 H 9 (CH 3 ) 2 (0H), Sdp. 174 - 5°, und a«,-Diäthyloxyhexamethylen, Smp. 77°, Sdp. 210°, wurden durch Keduction der vor-stellenden synthetischen Ringketone gewonnen (B. 28, 781 u. 1342.).
Tetrahydro-Chinon,_ (Chinon tetra hydrür, p-Diketohexa-jnethylen), C 6 H 3 0 2 = CO^ELT• CH 2 • CO : CH7 : CH 2 . Wurde zuerst vonHerrmann_ durch trockene Destillation von Suceinylbernsteinsäure(s. u.) dargestellt; lässt sich leicht durch Verseifen von deren Ester mitverdünnter Schwefelsäure gewinnen. Leicht lösliche, glänzende flachePrismen, die bei 78° schmelzen und sich schon gegen 100° verflüchtigen.
Gibt mit Brom sofort Bromanil und reducirt alkalische Kupferlosung, sowie ammo-niakalische Silberlösung ohne Erwärmen. Sein Dioxim, C 6 H 8 (jSTOH) 2 bildet in Wasserziemlich lösliche kleine Krystalle und schmilzt gegen 200° unter geringer Zersetzung;Natrium in alkoholischer Lösung reducirt das Dioxim zu p-DiamidohexamethylenC 6 H| 0 (iSrH 2 ) 2 , ammoniakalisch riechende Base, die mit Kohlendioxyd ein Carbonat, mitsalpetriger Säure ein beständiges Nitrit liefert. Auch gegen Phenylhydrazin verhältsich das p-Diketohexamethylen wie ein wahres Diketon. Mit CNH entsteht ein Cyan-hydrin C 6 H 8 (CN) 2 (OH) 2 .
Chinit (Hexahydro-Hydrochinon, trans-para-Dioxy-hexamethylen), C 6 H 10 (OH) 2 . Durch Reduction des p-Diketohexa-methylens mit Natriumamalgam, unter Durchleiten eines starken Kohlen-dioxydstroms (zum Neutralisiren), erhält man den Chinit (v. Baeyer1892.). Derselbe hat ganz das Aussehen und das Verbalten einesZuckers der Mannitgruppe; er löst sich leicht in Wasser und Alkohol.Aus letzterem krystallisirt er in Krusten, Smp. 143—145°. Geschmackanfangs süss, dann bitter. Sein Diacetylderivat krystallisirt sehrschön und schmilzt bei 105—106°.
Beim Behandeln der aus Chinit mit BrH oder JH entstehenden krystallisirendenBromide oder Jodide mit alkoholischem Kali entsteht Dihydrobenzol, auch Tetrahydro-benzol und Hexahydrobenzol sind vom Chinit aus erreichbar (vgl. S. 401.).
Dihydroresorcin (m-Diketohexamethylen oder m-Oxyketotetrahydrobenzol),C G H 8 0 2 = CO T CH 2 T CO T ClV^^ 7 CH 2 oder CÖ : CHrC(OH)-CH 3 -CH 2 -CH 2 . DurchReduction einer siedenden Resorcinlösung vermittelst HgNa, unter Durchleiten von C0 2 .