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Organische Chemie
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Schwefelhaltige Verbindungen.

säure vielleicht das Oxim des Kohlenoxyds, Carbyloxim : C : NOH; indessen sind auchdie Formeln C(NOH) : C(NOH) und Ö""N : CH: CHTN^b in Vorschlag gebracht worden.B. 26, 1403; B. 27, 2817; R. 745).

Knallquecksilber, C 2 N 2 0. 2 Hg. Zur Darstellung löst man 1 Thl.Quecksilber, bei gewöhnlicher Temperatur in 12 Thl. Salpetersäure vomspec. Gew. 1"34 und fügt diese Lösung unter fortwährendem Umschüttelnzu 10 Thl. 90-procentigen Alkohols, der sich in einem sehr geräumigenGlaskolben befindet; beginnt die Reaction nicht von selbst, so erwärmtman den Kolben auf dem Wasserbade bis sich Gasbläschen zeigen undstellt ihn sodann bis zum Ablauf der stürmischen Reaction zweckmässigin's Freie. Man kann das krystallinisch ausgeschiedene Knallqueck-silber aus heissem Wasser umkrystallisiren (in der Kälte löst es sichnur wenig), und erhält es so in zarten, seidenglänzenden Nadeln mit1 / 2 Mol. Krystallwasser. Es ist sehr giftig. Getrocknet verpufft esheftig durch Erhitzen, Reiben oder Schlag, sowie durch Berührung mitconc Schwefelsäure. Man benützt das Knallquecksilber zum Füllen der(kupfernen) Zündhütchen, Dynamitpatronen u. s. w. Seine Zersetzungdurch Salzsäure ist zur Darstellung von Hydroxylamin geeignet:C 2 N 2 0 2 Hg -f 2 HCl + 4 H 2 0 = 2 H 'CO OH -f 2 NH 2 OH -\- HgCl 2 .

Knallsilber, C 2 N 2 0 2 Ag 2 . Farblose, undurchsichtige, glänzende Nadeln. Nochexplosiver als Knallquecksilber. Aus seiner heissen Lösung erhält man mit 1 Mol. C1Kdas leicht lösliche Doppelsalis C 2 N 2 0 2 AgK, aus dessen Lösung durch Zusatz von con-centrirter Salpetersäure das saure Silbersalz pulverig ausfällt.

Trinitroacetonitril, C(N0 2 ),-CN, aus fulminursaurem Kalium mit Salpeter-schwefelsäure. Flüchtige Krystallmasse; schmilzt bei 41'5° und explodirt bei 200°.Lässt sich in Dinitroacetonitril, CH(N0 2 ) 2 'CN überführen. Fulminursäure,C.,H 3 N 3 0 3 , verpuffende Krystallmasse. Einbasische Säure, deren Alkalisalze aus Knall-quecksilber durch Kochen mit wässrigen Chloralkaliuni entstehen. Die Constitution derFulminursäure ist noch ganz unbekannt.

Schwefelhaltige Verbindungen.

Den vier Organogenen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff undStickstoff kommt in der Chemie des Kohlenstoffs von allen übrigen Ele-menten wohl der Schwefel an Bedeutung am nächsten. Der Schwefeltritt in der unbelebten Natur vorzugsweise als schwefelsaures Salz derAlkalien und alkalischen Erden auf. Derartige Verbindungen gelangenin die Pflanze und nehmen dort, neben den Organogenen, wesentlichenAntheil am Zustandekommen der Eiweisskörper. Es sind das diejenigenSubstanzen, welche den Hauptbestandteil jeder pflanzlichen und thierischenZelle bilden, und daher für den Menschen die unentbehrlichsten Nahrungs-mittel. Indem das Eiweiss im Thierkörper oxydirt und gespalten wird,geht der Schwefel wieder in seine höchste Oxydationsstufe, die Schwefel-säure über; an Alkalien gebunden, verlässt diese den animalischen Orga-nismus, um so wiederum in den allgemeinen Kreislauf einzutreten.

Unsere Kenntnisse gestatten es indessen noch nicht, das Schwefel-atom in seinen Beziehungen zu den übrigen Elementen auf jedem Schrittedieses für uns so wichtigen Kreislaufs zu verfolgen. Wohl aber kennt