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Organische Chemie
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Stickstoffhaltige Verbindungen.

d-JIannononose, C 9 H IB 0 9 , weisse krystallinische Masse, ebenso leicht gährend,wie Mannose oder Traubenzucker.

Glucononose, C 9 H ls O E , wurde aus Gluconononsäure als syrupöser, nicht gäbrungs-fähiger Zucker erhalten und gibt mit Natriumamalgam einen gesättigten neunwerthigenAlkohol: Glucononit, C 9 H 20 O 9 , aus heissem Wasser lange Tafeln, Smp. 194°.

Nach den vorliegenden Resultaten lässt sich der Aufbau der complicirteren Zucker-arten fast ebenso leicht wie die Synthese der aliphatischen Kohlenwasserstoffe und Säurenbewerkstelligen (Fischer, B. 23, 2238; 29, K. Ü.).

Stickstoffhaltige Verbindungen der Fettreihe.

Das Cyan, * C | N, so benannt weil es mit Eisen blaue (xoavo?) Ver-bindungen zu liefern vermag, ist eine den Halogenen in ihrem Gesammt-verbalten ähnliche einwerthige Atomgruppe (Eadical), die man in zahl-reichen Verbindungen antrifft. Als eigenthümliche Modification des Cyanserscheint das Isocyan, C : N* oder C :N*, eine Atomgruppe, in der ent-weder fünfwerthiger Stickstoff oder zweiwerthiger Kohlenstoff angenommenwerden muss. Zwar kennt man nur einen dem Chlorwasserstoff C1Hentsprechenden Cyanwasserstoff, die Blausäure H C N, aber zwei demChlormethyl CH 3 C1 entsprechende Verbindungen CH 3 (CN), nämlich dasMethylcyanid oder Acetonitril, H 3 C C N, und das Methylisocyanid,H s C'Ni C, zwei in ihrem physikalischen und chemischen Verhaltendurchaus verschiedene Substanzen. Aehnliche Isomerieen, deren Erklä-rung indessen noch nicht in allen Fällen mit der erwünschten Sicherheithat gegeben werden können, sind durch die grosse Gruppe der Cyan-verbindungen hindurch vielfach anzutreffen.

Cyanverbindungen, namentlich das Cyankalium CNK, entstehen durchdirecten Zusammentritt ihrer Elemente, z. B. beim Glühen stickstoff-haltiger organischer Substanzen in Gegenwart von Pottasche. Sie bildenin der Praxis wegen ihrer leichten Zugänglichkeit eines der wichtigstenAusgangsmaterialien für die Synthese stickstoffhaltiger organischer Ver-bindungen, und da viele dieser letzteren sich auch theoretisch von Cya-niden ableiten lassen, so erscheint es nicht unzweckmässig, die Bespre-chung der ganzen Körperclasse mit derjenigen der Cyanverbindungenzu beginnen. Wesentlich erleichtert wird eine Uebersicht derselben durchdie schon erwähnte Analogie zwischen den Halogenen und dem Cyan.Der dem Chlorwasserstoff HCl ähnliche Cyanwasserstoff HCN bildet wiejener Salze, die Cyanide, welche den Chloriden (oder Bromiden etc.)in manchen Eigenschalten durchaus gleichen: die Salze z. B. der Alkalienkrystallisiren in Würfeln, das Cyansilber bildet einen in Wasser undSalpetersäure unlöslichen Niederschlag u. s. f. Wie das freie Chlor-molecül nicht ein Einzelatom Cl ist, sondern aus 2 Atomen (Cl 2 ) besteht,so ist das Radical * CN für sich nicht existenzfähig, sondern verdoppelt,in Freiheit gesetzt, alsbald sein Molecül zuCN'GSf. In diesem Cyangasverbrennen die Alkalimetalle zu Cyaniden, ganz so wie dieses auch imChlorgas unter Bildung von Chloriden geschieht.

Die in den Cyanverbindungen vorhandene dreifache Bindung desN-atoms an den Kohlenstoff kann durch directe Anlagerung andererElemente in eine doppelte oder einfache übergeführt werden.