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Organische Chemie
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Vorwort zur ersten Auflage.

erschienenenAnorganischen Chemiedieses Lehrbuchs, dessen Aufgabe

inthunlichst vollständigen Behandlung

Der vor anderthalb Jahrenfolgt hiermit der zweite Bandeiner übersichtlichen und zugleicderOrganischen Chemie" besteht.

Die vielfachen Entdeckungen der letzten Zeit gestatten der vor-liegenden Arbeit zum ersten Male wieder seit einigen Jahrzehnten, dieMöglichkeit eines vollkommen einheitlichen Systems für dieKohlenstoffverbindungen vom Standpunkte der herrschenden An-sichten aus nachzuweisen. Jeder, der den Einfluss der Lehre vomtetraedrischen Kohlenstoffatom etwas näher verfolgt hat, weiss, wie unent-behrlich dieselbe dem Chemiker zur Lösung wichtiger Probleme gewordenist. _ Diese letzteren bewegen sich indessen fast ausschliesslich auf demGebiet der Deutung und Prognose von Isomerien. Die Tragweite derneueren räumlichen Anschauungsweise für die allgemeine Systematikder organischen Chemie blieb dagegen bisher so gut wie vollkommenunerörtert. Und doch gestattet schon die einfachste Entwicklung diesermodernen Auffassung der Tetravalenz des Kohlenstoffatoms, darzuthun,dass die sehr oft noch beliebte Spaltung der organischen Chemie inFettkörper und Benzolderivate sich in Widerspruch mit Allem befindet,was jetzt durch Experimente und theoretische Schlussfolgerung alsfestgestellt zu erachten ist. Von einem rein mechanischen Standpunkteaus kann man die Kohlenstoffverbindungen unter gewissen Bedingungensämmtlich alsKotationssysteme" betrachten: eine auf anderem Gebieteerworbene Anschauung, die den Verfasser schon lange zu der Ansichtgeführt hat, dass bei räumlicher Betrachtung die aliphatischen Ver-bindungen Ringsysteme sind, ebensogut wie die aromatischen oderheterocyklischen Atomgebilde. Zu derselben Schlussfolgerung führt aberfür kohlenstoffreichere Molecüle die Lehre vom tetraedrischen Kohlen-stoffatom ganz unmittelbar, wie das von verschiedenen Seiten gelegentlichauch schon angedeutet worden ist. Damit fällt aber die alte künstlicheScheidewand für die genannten Körperclassen, und die sich täglichmehrenden genetischen Beziehungen derselben werden nicht nurerklärlich, sondern auch ganz selbstverständlich. Wie gross und vielseitigdie Vortheile einer solchen einheitlichen Anschauungsweise sein werden,bedarf keiner weiteren Darlegung. Jedoch sind mit den vorstehenden

Bemerkungen die Motive

gegeben.

welche den Verfasser wie er glaubt

berechtigen, den vorhandenen trefflichen didactischen Werken ein weiteresbeizufügen.