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Pinen.
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Pinen, C 10 H 16 , Rechts- und Links-, sowie inactives. WesentlicherBestandtheil des ätherischen Oels der meisten Nadelhölzer (insbeson-dere Pinusarten) und der aus diesen gewonnenen gewöhnlichen Ter-pentinölsorten; auch in vielen anderen ätherischen Oelen enthalten, soin demjenigen von Eucalyptus globulus, dem Salbeiöl, dem Wachholder-beeröl. Aus dem aus den Nadelhölzern ausfliessenden Terpentin ge-winnt man das Terpentinöl durch Destillation mit Wasserdampf,während das darin gelöst gewesene Harz, das Colophonium, zurück-bleibt. Die stereoisomeren Modifikationen des Pinens erscheinen als inWasser fast, unlösliche, mit Alkohol und Aether mischbare Flüssigkeiten,die farblos und stark lichtbrechend sind und einen charakteristischenGeruch haben. Der Siedepunkt liegt bei etwa 160°, das spec. Gewichtist D 20 = 0-858.
Kechtsdrehendes Pinen findet sich im amerikanischen, russi-schen und deutschen Terpentinöl, linksdrehendes Pinen imfranzö-sischen (Pinus maritima) und venetianischen (Larix europaea). Annäherndrein lassen sich diese activen Pinene durch fractionirte Destillation ge-winnen, und gehen durch Zersetzung des gereinigten Nitrosochlorids(s. ii.) in ganz reines inactives Pinen über.
Aus den Oxydationsproducten des Pinens, der a-Pinonsilure, C 10 H 16 O 3 , Tafelnvom Smp. 103—105°, und der Pinoylameisensäure, C 10 H 14 O 5 , Smp. 78—80°, sowie dem
Abbau beider Säuren bis zur Norpinsäure, CO„H - CH<^ nr Jf„ * >CH-CO,H, schliesst v.
Baeyer (B. 29,.22, 326, 1907, 2775) auf die vorzugsweise Brauchbarkeit der von G.Wagner, zugleich mit anderen Formeln für die Terpengruppe, namentlich für dasTerpineol, aufgestellten Pinenformel mit Tetramethylenring (B. 27, 1652, 2270):
.CH-CH,.» /"C(CH 3 ) 2CH 3 — (V >CH/
^CH—CH 2 /
Eine grössere Arbeit über denselben Gegenstand wurde neuesterdings von F. Tie-mann (B. 29, 3027) veröffentlicht. Die von demselben aufgestellte und durch einreiches experimentelles Material vertheidigte Campherformel schliesst sich seinen For-meln des Camphers und Camphens an (s. u.):
(CH 3 ) 2 C ------ CH ------ CH 2
I ' I
CH 2 |
I l I
(CHs)HC------C --------- CH
Schwefel, Phosphor, Harze, Kautschuk etc. lösen sich im Terpen-tinöl auf; an der Luft absorbirt dasselbe Sauerstoff unter Verharzung;es dient daher zur Herstellung von Oelfarben, Lacken, Firnissen u. s. w.
An die eine Doppelbindung' des Pinens lagern sich Halogene an. Erhitzenspaltet 2 BrH etc. ab und verwandelt das Pinen in Cymol. Oxydationsmittel wirken lebhaftein: verdünnte Salpetersäure liefert Terebinsäure (S. 224), Pyrocinchonsäure (S. 209),u. a. Säuren; Chrommischnng Terebinsäure und die lactonartige Terpenylsäure (S. 223);angesäuertes Permanganat führt in a-Pinonsäure, eine Ketonsäure, C 10 H 16 O 3 , über(B. 29, 326.). Pinenhydrochlorid, C 10 H 16 -HC1, Smp. 125°, Sdp. 208°, entsteht beimEinleiten von trockenem HCl in Pinen und bildet eine campherähnliche Masse („künst-licher Campher"). Pinenhydrobromid, Ci 0 H 16 -HBr. Smp. 90°. Schütteln des Pinensmit wässriger Salzsäure verwandelt dasselbe in das Dihydrochlorid, C 10 H 16 -2HC1 desDipentens (durch Umwandlung des zuerst enstandenen Terpenhydrats (s. d.).
Pinennitrosochlorid, C 10 H 16 (N0)C1, bei 103° schmelzende Krystalle, die mitAnilin reines inactives Pinen geben; mit Benzylamin entsteht ein Kitrolaminc io0 16 (NO)-NH-CH 2 < C 6 H B , Smp. 122"; Basen verwandeln das Nitrosochlorid in Nitroso-terpen, C 10 H lr ,NO, Smp. 132°.