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Silieiumverbindungen.
Wismuthäthylchlorid, Bi(C 2 H 5 )Cl 2 , Blättchen, gibt mit Jodkalium das gold-gelbe Tafeln bildende Jodid, Bi(C 2 H 5 )J 2 ; aus diesem erhält man mit Kali das OxydBi(C 2 H 5 )0, als gelbes, amorphes, an der Luft entzündliches Pulver.
Aehnliche, nur unter sehr stark vermindertem Druck flüchtige Wismuthverbindungenkennt man mit Isobutyl und Isoamyl.
Silicium verbindun gen.
Im periodischen System ist das Silicium der Nachbar des Kohlen-stoffs; die Elementaratome beider treten mit derselben Werthigkeit aufund auch in den physikalischen Eigenschaften haben beide Elementegrosse Aehnlichkeit. In Folge dessen verhalten sich die Alkylverbin-dungen des Siliciums in mehrfacher Hinsicht ganz wie Kohlenwasser-stoffe; das Siliciumtetramethyl, Si(CH 3 ) 4 , beispielsweise gleicht sehr demTetramethylmethan, C(CH 3 ) 4 ; u. s. f. Die anscheinend fast unbegrenzteFähigkeit der Kohlenstoffatome, sich untereinander zu verketten, kommtindessen den Siliciumatomen nur in weit geringerem Maasse zu, unddieser Umstand, sowie auch die schwache Verwandtschaft des Siliciumszum Wasserstoff, schränken die Anzahl derartiger künstlich dargestellterSiliciumverbindungen den Kohlenstoffverbindungen gegenüber wesentlichein. Die Kenntniss dieses theoretisch merkwürdigen Gebiets verdanktman den Forschungen von Friedel und Ladenburg.
Siliciumtetramethyl (Silicopentan), Si(CH 3 ) 4 . Aus SiCl 4 und Zink-methyl bei zuletzt 200°: SiCl 4 + 2 Zn(CH,) 2 = Si(CH 3 ) 4 ^f- 2 "ZHCLT
Farblose, leicht bewegliche, auf Wasser schwimmende und luft-beständige Flüssigkeit. Sdp. 30—31°. Entzündet brennt sie unter Weg-rauchen von Si0 2 .
Siliciumtetraäthyl (Silicononan), Si(C ä H 5 ) 4 . Aus SiCl 4 und Zink-äthyl bei 160°. Farblose, in Wasser unlösliche, kohlenwasserstoffähnlicheund gegen Keagentien sehr beständige Flüssigkeit. D 0 = 08341. Sdp.153°. — Bei der Einwirkung von Chlor entsteht neben höheren Sub-stitutionsproducten das gegen 185° siedende SilicononylchloridSiC 8 H 19 Cl, welches sich mittelst Kaliumacetat in den flüssigen, campher-ähnlich riechenden Silicononylalkohol, SiC 8 H 19 (OH), Sdp. 190°,überführen lässt. Letzterer gibt mit metallischem Natrium ein durchWasser zerlegbares Alkoholat. In seinen Eigenschaften und seinemVerhalten erscheint das Siliciumtetraäthyl somit vollständig als einISfonan, in welchem nur ein Kohlenstoffatom durch ein Silicium atomersetzt ist.
Kieselsäureester. Bei der Sättigung von Alkoholen E-OH mit Siliciumchloridentstehen flüssige Tetraalkylsilicate, Si(OE) 4 , und durch weitere Condensation lieferndieselben Hexaalkyldisilica te, Si 2 0(OE)„ (= Si(ORy 0-Si(OE) 3 ). Tetramethyl-silicat, Si(OCH 3 ) 4 , siedet bei 122°. T etraäthy lsilicat, Si(OC 2 H 3 ) 4 , siedet bei165°. Hexamethyldisilicat, Si 2 0(OCH 3 ) 6 , siedet bei 202°. Hexaäthyldisilic at,Si 2 0(OC 2 H 5 ) 6 , siedet bei 236°. Durch Wasser werden diese Ester langsam zersetzt.Vermittelst Erhitzen mit SiCl 4 in passenden Verhältnissen gelangt man von den Esternzu den destillirbaren und reactionsfähigen Chloriden SiCl(OE) 3 , SiCl 2 (OE) 2 , SiCl 3 (OE).
Aus dem Tetraäthylsilicat erhält man beispielsweise auf diesem Wege die ChlorideSiCl v OC 2 H 5 ) 3 , Sdp. 155—157"; SiCl 2 (OC 2 H 5 ) 2 , Sdp. 136-138»; SiCl 3 (OC 2 H 5 ), Sdp. 104°.