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Organische Chemie
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Arsenverbindungen.

führen lassen. Beim Erwärmen gehen umgekehrt die Verbindungen vomTypus AsR 5 leicht in solche vom Typus AsR 3 über.

Man gelangt derart vom Trimethylarsin durch successive Anlagerung von Chlorund Abspaltung von Chlormethyl zuletzt zu Arsentrichlorid:

As(CH 3 ) 3 -f- Cl 2 = As(CH 3 ) 3 Cl 2 = As(CH 3 ) 2 Cl + CFT 3 C1;

As(CH 3 ) 2 Cl + Cl 2 = As(CH 3 ) 2 Cl 3 = As(CH 3 )Cl 2 -f CH 3 C1;

As(CH 3 )Cl 2 + Cl 2 = As(CH 3 )Cl 4 = AsCl 3 + CH 3 C1.

Mit wachsender Anzahl der Chloratome findet der Zerfall immer leichter statt,sodass sich As(CH 3 )Cl 4 schon bei 0° spaltet und AsCl 5 nicht bekannt ist.

Arsentrimethyl, As(CH 3 ) 3 , unter 100° siedendes, in Wasser unlösliches Oel,das sich direct mit Sauerstoff, Schwefel und den Halogenen vorbindet und an der Luftraucht. Tetramethylarsoniumjodid, As(CH 3 ) 4 J, krystallisirt in Tafeln und istgegen Kalilauge sehr beständig, gibt aber mit feuchtem Silberoxyd das stark basischeund salzbildende Tetramethylarsoniumoxydhydrat, As(CH 3 ) 4 OH, zerfliesslicheTafeln. — Arsentriäthyl, As(C 2 H 5 ) 3 , unter gewöhnlichem Druck nicht ganz unzersetztbei 140° siedendes, unangenehm riechendes und an der Luft rauchendes Oel. Tetra-äthylarsoniumjodid, As(C 2 H 5 ) 4 J, Oel, das sich durch Kalilauge reinigen lässt undmit Silberoxyd in das alkalische, salzbildende TetraäthylarsoniumoxydhydratAs(C 2 H 5 ) 4 OH, übergeht.

Seeundäre Arsine: Kakodylverbindungen.

Durch Destillation von Arsentrioxyd mit Kaliumacetat entstehthauptsächlich Kakodyloxyd (xaxö? und oSsTv, stinkend; Cadet 1760):0:As-0-As:0 -f 4CH 3 -C0 2 K= (CH 3 ) 2 As-0-As(CH 3 ) 2 4- 2C0 3 K 2 4- 2 C0 2 .

Von kleinen Mengen des selbstentzündlichen Kakodyls befreit manrohes Kakodyloxyd, indem man mit conc. Salzsäure und HgCl 2 destillirt:(CH 3 ) 2 As-0-As(CH 3 ) 3 4- 2C1H = 2ClAs(CH 3 ) 2 + H 2 0.

Das Kakodylchlorid (Dimethylarsenchlorid), ClAs(CH 3 ) 2 , bildeteine betäubend riechende, specifisch schwere und in Wasser unlöslicheFlüssigkeit, die etwas höher als 100° siedet. Eeduction verwandelt esin das bei 36° siedende, selbstentzündliche Dimethylarsin. Durch De-stillation mit Kalilauge in einem C0 2 -strome liefert es das reine Ka-kodyloxyd (Dimethylarsenoxyd), (CH 3 ) 2 As - OAs(CH 3 ) 2 . Unerträglichriechendes, die Schleimhäute stark angreifendes Oel. Erstarrt bei — 25°und siedet gegen 150°. D 15 = 1462. In Wasser schwer löslich. Ander Luft raucht es nicht und entzündet sich auch nicht von selbst.Mit Säuren, z. ß. Salzsäure (s. o.) bildet es Salze, ganz wie ein Metall-oxyd. Mit HgCl 2 bildet Kakodyloxyd die in 29 Th. siedenden Wasserslösliche Verbindung As 2 (CH 3 ) 4 0- 2HgCl 2 , rhombische Tafeln.

Kakodyl (Di-arsendimethyl), (CH 3 ) 2 As-As(CrJ 3 ) 2 . Ist als das nurin verdoppeltem Zustande existenzfähige freie Radical zu betrachten.Durch Erhitzen von Kakodylchlorid mit Zink auf 100° in einer Kohlen-dioxydatmosphäre. Wasserhelle, leichtbewegliche und an der Luft selbst-entzündliche Flüssigkeit, specifisch schwer und in Wasser kaum löslich.Krystallisirt bei — 6°; siedet bei 170°. Vereinigt sich mit Sauerstoffzu Kakodyloxyd, s. o.; mit Chlor zu Kakodylchlorid (s. o.), und weiterzu Kakodyltrichlorid (Dimethylarsentrichlorid) Cl 3 As(CH 3 ) 3 , wasser-helle Säulen, bei 50° CH 3 C1 abgebend; mit Schwefel zu Kakodyl-