Thioharnstoff.
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Thioacetamid, CH 3 -CS-NH 2 . Aus CH 3 -C]Sf und H 2 S. In Wasser und Alko-hol leicht lösliche Tafeln. Smp. 108°.
Flaveanwasserstoff, CN'CS-NH 2 . Aus CN'CN und wenig H 2 S. Gelbe, un-beständige Krystalle. Rübe an Was serstoff CS(NH 2 ) ■ CS(NH 2 ). Aus CN • CN beimEinleiten in alkoholisches NaSH. Kleine gelbrothe Krystalle.
Den Carbaminsäurederivaten entsprechen diejenigen von Tliio-carbamin säuren:Carbaminthiosäurc CO?^ 2 ; Thiocarbaminsäure CSq^ 2 ; Ditlviocarbaminsäure CS gH 2 '
1. Die Ester der Carbaminthiosäure, auch Thiourethane genannt, sindkrystallinische, in Wasser schwer lösliche Substanzen. Methylester, NH 2 -CO-S-CH,,,grosse monoclino Prismen. Smp. 95—98°. Aethylester, NH 2 -CO'S'C 2 H 5 , Tafeln,Smp. 102°(108"). Das Ammoniumsalz, NH 2 - CO-S-NH 4 , erhalt man durch Einleitenvon COS in alkoholisches Ammoniak, in unbeständigen Krystallen.
2. Die Ester der Thiocarbaminsäure, oder Xanthogenamide, mit denvorigen isomer, entstehen durch Einwirkung von alkoholischem Ammoniak auf die Xan-thogensäureester, als krystallinische, wie ihre Isomeren in der Wärme unbeständige Körper.Methylester, NH 2 -CS-0-CHs; Smp. 43°. Aethylester, NH 2 • CS O C 2 H 5 ; Smp.38°. Senföle vereinigen sich mit Alkoholen zu alkylirten Thiocarbaminestern,
3. Dithiocarbaminsäure, NH 2 • CS • SH. Das Ammoniumsalz NH 2 -CS'S-HH 4entsteht aus alkoholischem Ammoniak und CS 2 . Aus diesem Salz wird durch verdünnteSäuren bei 0° die freie Dithiocarbaminsäure in farblosen Nadeln ausgefällt; dieselbenzerfallen leicht in CNSH und H 2 S. Krystallisirte E ster der Dithiocarbaminsäure (Dithio-urethane) entstehen beim Einleiten von H 2 S in Khodanide. — Mit primären Aminenvereinigt sich CS 2 zu den Aminsalzen alkylirter Dithiocarbaminsäuren, z. B. entsteht soC„H 'NH'CS'SH (NH 2 - C 2 H ä ); beim Erhitzen geben dieselben unter H 2 S-austritt dialky-lirte Thioharnstoffe; Darstellung von Senfölen s. S. 370.
Thioharnstoff (Sulfoharnstoff), verhält sich in seinen Um-setzungen bald wie „Carbamid" NH 2 • CS ■ NH 2 , bald wie „Pseudo thio-harnstoff' HN: C(SH)(NH 2 ) (Reynolds 1869). Dieser Körper lässtsich nach denselben Methoden darstellen, wie der gewöhnliehe Harn-stoff. Rhodanammonium wird bis zum Auftreten gelben Schaumes undlebhafter Gasentwickelung geschmolzen, das unveränderte Ammonium-salzTmit Alkohol ausgezogen und der Thioharnstoff aus Wasser um-krystallisirt. Er bildet rhombische Prismen. Smp. 172°. Der ge-schmolzene und wiedererstarrte Thioharnstoff schmilzt bei 149°. In Wassermassig in Alkohol fast gar nicht löslich. Längeres Erhitzen auf
160 __170° verwandelt in Rhodanammonium zurück. Bei der Verseifung
entstehen C0 2 , H 2 S und NH 3 . Quecksilber- oder Bleioxyd geben mitder kalten vvässrigen Lösung des Thioharnstoffs Cyanamid NH 2 ■ CS' NH 2 =NH 2 -CN + SH 2)-
Der Thioharnstoff vereinigt sich sowohl mit Säuren, als mit Basen oder Salzen,analog dem gewöhnlichen Harnstoff. Auch alkylirte Thioharnstoffe (s. o.) sindbekannt: man erhält sie durch Vereinigung von Ammoniak oder Aminen mit Senfölen,z. B. C 2 H 5 'N:CS -f NH 3 = C 2 H 5 -NH-CS-NH 2 . Aethyl-, Smp. 113"; sjmm. Diäthyl-Smp. 77°; Triäthyl-, Smp. 26°; Teträthyl-, flüss. Sdp. 216°; Methyläthyl-, Smp. 54°.Allyl- (Thiosinamin), aus Allylsenföl und NH 3 , Smp. 74". Anlagerung von Halogen-alkylen an Thioharnstoff führt dagegen zu Salzen alkylirter Ps eudoharns toff c.stark basischer Substanzen, in denen Alkyl an Schwefel gebunden ist z. B. HN : C(SC 2 H 5 )-NH 2 -HJ, geht beim Kochen mit Ammoniak in Guanidin und Aethylmcrcaptanüber.