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Thioamide.
2. Isothiocyansäureester, CS : N • K, nach dem natürlich vor-kommenden Allylsenföl insgesammt auch „Senföle'" genannt; in Wasserkaum lösliche, stechend riechende und zu Thränen reizende Körper.Diese Senföle lassen sich aus den Isocyansäureestern durch PgSg.gewinnen;Terher aus den dialkylirten Thioharnstoffen (s. u.) durch Destillationmit concentrirter Salzsäure oder syrupöser Phosphorsäure (Darstellung):CH 3 • NH • CS • NH • CH 3 = CS: N • CH 3 + NH 2 ■ CH 3 .
Dimethylthioharnstoff. Methylsenföl. Methylamin.
Aus CS 3 und primären Aminen, wie z. B. 2 NH 2 ■ CH 3 , erhält mandurch directe Vereinigung Aminsalze alkylirter Dithiocarbaminsäuren, wieCH 3 - NH " CS ■ SH(r\H 2 • CH 3 ); diese geben in wässriger Lösung mitHgCl 2 , AgK0 3 etc. Metallsalze von der Formel CH 3 ■ NH • CS • SM,
welche beim Autkochen der Mischung unter Senfölbildung zerfallen:2 CH 3 • NH • CS • SM = 2 CS : N • CH 3 + M 2 S + H 2 S.
Naschender Wasserstoff spaltet die Senföle in Thioformaldehydund H a NR. Verseifung ergibt primäre Amine neben H 2 S und CO a .
Methylsenföl, CS:N-CH 3 ; Krystalle; Smp. 34'°rSdp. 119».Aethylsenf öl, CS :N-C 2 H 5 ; flüssig; Sdp. 134". Allylsenföl, (ge-wöhnliches Senföl), CS : N ' C 3 H 5 . Durch Destillation des schwarzenSenfsamens (von Sinapis niger) mit Wasser, wobei eine Zerlegung vonmyronsaurem Kali (Glucosid) stattfindet. Synthetisch nach den obigenMethoden sowie durch Destillation von Rhodankalium oder Rhodansilbermit Allyljodid oder Allylbromid, wobei sich das zuerst entstandene Rho-danide in das beständigere Senföl umlagert (s. o.). Senföl bildet einein Wasser kaum lösliche, stechend riechende und auf der Haut Blasenziehende Flüssigkeit. Sdp. 151°. D ]0 = 1,017.
Thiamine.
Hierhergehörige Substanzen wurden durch Einwirkung von SC1 2 , S 3 C1 2 und ,SOCI„auf seeundäre Amine dargestellt (B. 28, 165; 576; 1010.).
Tetraäthylthiodiamin, (C 2 H 5 ) 2 N'S - N"(C 2 H 5 ) 2 . Fast farblose Flüssigkeit vomSdp. 85° (15 mm), die durch Säuren rasch zersetzt wird. Tetraäthyldithiodiamin.(C 2 H 5 ) 2 N-S 2 -N(C 2 H 5 ) 2 . Sdp. 137° (29 mm). Tetraäthylthionyldiamin, (C 0 H 5 )„.N-SO-N(C 2 rl 5 ) 2 Sdp. 118".
Thioamide (Thiamide).
Den Säureamiden R• CO'NH 2 entsprechen Thiamide R - CS - NH 2 .beispielsweise dem Acetamid CH 3 " CO 'NH 2 : Thiacetamid CH 3 " CS • NH 2 .Die Thiamide entstehen durch Anlagerung von H 3 S an Nitrile:CH 3 -CN+H 3 S = CH 3 ;CS-NH 2 ;CK-CX + 2H 3 S=CS(NH a )-CS(XH 3 );aus den Säureamiden, indem man O vermittelst P 2 S 3 durch S ersetzt;ferner aus den Amid- und Imidchloriden, sowie den Amidinen mit H 2 S.Es sind vorzugsweise Thiamide der aromatischen Reihe dargestelltworden.
In der Wärme verlieren die Thiamide H 2 S unter Rückbildungvon Mtrilen; Alkalien führen leicht in die zugehörige Carbonsäure über.
Den Imidoäthern entsprechen die Imidothioäther, z. B.CH 3 • C(IS T H)(S • CH 3 ); dieselben leiten sich von hypothet. StammkörpernR" C(KH)(SH) ab, pseudomer mit den Thiamiden, aber für sich nichtbekannt.