Sulfone.
367
Die Sulfone sind färb- und geruchlose, gut krystallisirende undunzersetzt flüchtige, neutrale Körper, die man der letztgenannten Bil-dungsweise gemäss auch als Ester der Sulfinsäuren betrachten kann.Durch naschenden Wasserstoff werden sie nicht reducirt.
Dimefhylsulfon, CH 3 -S0 2 "CH 3 , auch aus Sulfodiessigsäure (C0 2 H• CH 2 ) 2 S0 2bei 200°. Smp. 109°; Sdp. 238°. Diäthylsulfon, C a H 5 • S0 2 • C 2 H„ krystallisirt ausWasser und Alkohol in Tafeln. Smp. 70°; Sdp. 248». Dipropylsulfon, Smp. 29°.Diisopropylsulfon, Smp. 36°. Dibutylsulfon, Smp. 43°. Diisobutylsulfon,Smp. 17°; Sdp. 265°. Diisoamylsulfon, Smp. 31°; Sdp. 295°.
Durch Oxydation der Mercaptale (S. 364) mit Kaliumpermanganatkommt man zu den Disul fönen R-CH(SO,-C 2 H 6 ) 2 , während dieMercaptole Disulfone von der Formel R 2 C(S0 2 -C 2 H 5 ) 2 liefern. DasWasserstoffatom der CH-gruppe in den Disulfonen R- CH(S0 2 • C 2 H 6 ) 2 istin Folge der Zwischenstellung zwischen die beiden S0 2 -gruppen durchHalogene wie auch durch Alkalimetalle vertretbar; an Stelle des Metall-atoms lassen sich mit Hilfe der Alkyljodide leicht Alkyle einführen.Die Disulfone sind gut krystallisirende und gegen verseifende Agentienbeständige Substanzen.
Aethylidendiäthylsulfon, Cfl 3 • CH(S0 2 • C 2 H 5 ) 2 aus Aethy-lidenmercaptal. Smp. 75°. Im Vacuum destilhrbar.
Acetondiäthylsulfon oder Sulfonal, (CH 3 ) 2 C(S0 2 -C 2 H 5 ) 3 ,durch Oxydation von Acetonäthylmercaptol (S. 365) mit Kaliumperman-ganat oder durch Methylirung des Aethylidendiäthylsulfons. Das Sul-fonal 'krystallisirt in färb-, geruch- und geschmacklosen Blättchen, diesich in kaltem Wasser sehr schwer, in siedendem leichter, und in Al-kohol leicht auflösen-, es schmilzt bei 126° und ist im Vacuum unzer-setzt destillirbar. Die von Baumann entdeckte Substanz wird seit1888 als Hypnoticum vielfach benutzt; eine ähnliche Wirkungbesitzen auch andere Disulfone, wie Trional, (O a H 5 )(CH 8 )C(SO a • C 2 H 5 ) 2und Tetronal, (C 2 H 6 ) a C(SO ? -C 2 H 5 ) 2 . — Trisulfone gewinnt mandurch Oxydation der Trithioaldehyde und des Trithioacetons (s. u.).
Sulfinsäuren.
Die Zinksalze dieser Säuren erhält man entweder durch Einwirkungvon Zinkstaub auf die alkoholische Lösung der Sulfochloride (1) oderdurch directe Addition von Schwefeldioxyd an Zinkalkyle (2):
(1) 2 C 2 H 5 • S0 2 C1 + 2 Zn = (C 2 H 5 ■ S0 2 ) 2 Zn + Zn ■ Cl 2 ;
(2) (C 2 H 5 ) 2 Zn + 2S0 2 = (C 2 H 5 • S0 2 ) 2 Zn.
Die freien Säuren sind nur wenig beständig und gehen leicht unterSauerstoffaufnahme in Sulfonsäuren (s. u.) über. Ihre Alkalisalze gebenmit den Halogenalkylen Sulfone R-S VI 0 2 -Ri; diese letzteren besitzenindessen weder die Constitution, noch das Verhalten von wahren Sulfin-säureestern R-S VI 0-0-R n die verseif bar und oxydirbar sein sollten(vgl. die aromatischen Sulfinsäuren). Demgemäss hat man auch für diefreien Säuren die Auswahl zwischen den Formeln R-S VI 0 2 -H undR • S IV 0 • OH; doch scheint die erstere dieser Formeln dem Gesammtver-