Druckschrift 
Die Adelsdokumente österreichischer Alchemisten und die Abbildungen einiger Medaillen alchemistischen Ursprunges : mit 2 Zinkotypien u. 5 Lichtdrucktaf.
Entstehung
Seite
23
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

23

Leopold T. in ihren Bestrebungen in hervorragender Weise unterstütztwurden, während Mathias wohl mit politischen Fragen zu sehr be-schäftigt war. um sieh derartigen Angelegenheiten zu widmen.

Unter denjenigen, welche besonders in den Vordergrund tratensind insbesondere drei Männer zu nennen, die unser Interesse in her-vorragendem Masse in Anspruch nehmen, nämlich: .loh. Conr. Richt-hausen, dannloh. Joachim Becher und Wenzel heiler.

Ausserdem begegnen wir von berühmten Kamen dem schon frühergenannten Sendivogius, dann dem mehr berüchtigten als berühmtenBorri sowie demGraf von Ruggiero".

Sendivogius, der mit seineu Leistungen bei Rudolf IL so grossesAufsehen gemacht hatte, stellte vor Ferdinand IL einen Versuchan, der ihn durchaus als Taschenspieler erscheinen lässt. Er zeigteein grosses Silberstüek vor und verwandelte es angeblich auf der einenWeite in Gold. Er löthete hiebei ein Goldblech auf eine Silberplatte,liess hieraus eine Münze prägen, trug auf das Gold Quecksilber auf,wodurch sich weisses Goldamalgam bildete, so dass das Ganze das An-sehen von Silber hatte, glühte hierauf das Object, nachdem er nichtermangelt hatte, es vorher mit einemgewissen Wasser" zu bestreichen,und konnte nun die Goldfläche produciren, wobei er die poröse Be-schaffenheit und das matte Aussehen des Metalles als eine Folge derVerdichtung des Silbers bezeichnete!

Von ganz besonderem Interesse ist die Wirksamkeit Richt-hausen's, der von Ferdinand III. unterm 29. Juli 1653 in den Frei-herrnstand mit dem Prädicate:von Chaos" erhoben wurde und derunter den in Oesterreich geborenen und in ihrem Vaterlande zu Machtund Ansehen gelangten Alchemisten zweifellos den ersten Platz ein-nimmt, .loh. Conrad. Richthausen wurde in Wien am 27. November1604 als der Sohn des damaligen Besitzers der Materialwaarenhandlung..zum goldenen Einhorn" in der Bischofgasse (zu jener Zeit: StadtNr. 635) geboren. Sein Vater hatte ein Bergwerk in der Nähe vonGloggnitz in Niederösterreich, und dort betrieb der junge Mann seineStudien, die ihn alsbald zu einem begeisterten Anhänger der damalsin der Chemie herrschenden alchimistischen Lichtung machten. LeberVorschlag des Reichs-Vicekanzlers Grafen Kurz und des HofkanzlersBaron Munschingcr wurde er zum Lehrer des frühzeitig verstorbenenSohnes des Kaisers Ferdinand III., des Erzherzogs Ferdinand IV.berufen. Im Jahre 1648 erhielt er die Münzmeisterstelle in Wienund wurde beauftragt, die Münzämter in Brunn, Prag, Graz und ananderen Orten zu besuchen und besser einzurichten. Im Jahre 1651