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Auch aus einem bei Murr abgedruckten Brief, ddo. 8. September1596. geht hervor, dass er zu dieser Zeit im Dienste Eudolfs IL stand.Seine Thätigkeit am sächsischen Hofe erscheint sohin nur als eineZwischenstufe, eine Episode, seiner Wirksamkeit.
In die vierzig Jahre umfassende Periode von 1540—1580 fälltdie Entstehung der Alaun- und Vitriolindustrie Böhmens, und es dürfteder Berghauptmann von Gendorf derjenige gewesen sein, welcherdiese Industrie in Böhmen einführte und zur Blüthe brachte, nament-lich nachdem im Jahre 1549 das Verbot der Einfuhr von Alaun undVitriol erlassen wurde.
Unter Carl V. und seinen Nachfolgern Ins Rudolf IL warendie Mineralwerke von Görkau, Ossek, Komotau, die Kupferbergwerkebei Elbogen, Civic, Darowa, Ohomle u. a. entstanden, welche imJahre 1587 die lebhafte Besorgnis Kaiser Eudolfs wegen des durchdieselben angeblich verursachten Holzverbrauches erweckten.
Allerdings hatte schon im Jahre 1550, also unter Carl V., derdamalige Berghauptmann von Joachimsthal, Felix v. Lobkowitz, alserster, Steinkohlen in Böhmen gefunden, allein man ging erst im Jahre1613 daran, dieselben zu Heizzwecken zu verwenden; bis dahin standensie nur ihrer Beimischung von Schwcfelmetallen wegen, zur Gewinnungvon Vitriolen im Gebrauch, so u. A. zu Badnitz in den Jahren1570—1580. Braunkohlen, von deren Vorkommen im Elbogner RevierPeter Albin in der „Meissner Chronik" viel zu erzählen weiss, wurdenallerdings schon damals zu Heizzwecken herangezogen. Ein grössererVerbrauch von fossilen Brennstoffen macht sich jedoch erst in der Mittedes XVIII. Jahrhunderts in Böhmen geltend und fand auch Eingangbei der Glaserzengung. *)
Ueber die Fortschritte der Pharmacie in jener Periode magFolgendes bemerkt werden.
unter Ferdinand I. wurde im Jahre 1564 eine neue Apotheker-ordnung publicirt, allein da die Zahl der zur Verwendung gekom-menen Heilmittel sich sehr vermehrt hatte und häufig Klage geführtwurde, dass dieselben in den verschiedenen Apotheken auch verschiedenbereitet werden, so beschloss die medicinische Facultät am 29. März 1566.
'■''■) Die Zufuhr von Steinkohlen nach Wien betrug noch im Jahre 1803 circa71.22S Centner (Wiener Gewicht). — Im Jahre 3891 betrug die Production Oester-reichs an Braunkohlen 161'8 und an Steinkohlen 91-9 Millionen Metereentner