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1 (1894) Die Chemie der Fettkörper
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Mannit. Sorbit.

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bei

Gewöhnlicher oder d-Mannit (S.537), Schmp.166°, findet sieh invielen Pflanzen, namentlich in der Mannaesche: Fraxinus ornus, dereneingetrockneter Saft die Manna darstellt. Aus letzterer wird erdurch Auskochen mit Alkohol und Kristallisation g'ewonnen. Erbildet sich bei der schleimigen Gährung von Rohrzucker und wirdkünstlich durch Einwirkung von Natriumamalgam auf d-Mannose(S. 526) und Fruchtzucker oder d-Fructose (S. 529) erhalten (B. 17, 227).

Der Mannit krystallisirt aus Alkohol in feinen Nadeln, ausWasser in grossen rhombischen Prismen. Schmeckt sehr süss. SeineLösung ist bei Gegenwart von Borax rechtsdrehend. Durch ge-mässigte Oxydation von Mannit mit Salpetersäure entstehen Frucht-zucker (früher als Mannitose bezeichnet, B. 20, 831) und d-Mannose(B. 21, 1805). Durch stärkere Oxydation werden d-Mannozucker-säure (B. 24, R. 763, S. 546), Erythritsäure und Oxalsäure gebildet.Durch HJ Säure wird d-Mannit zu sec. Hexyljodid redueirt.

Mannitau €511x205 entsteht aus d-Mannit bei 200°. Maninil C 0 H ]0 O 4 ,Schmp. 87°, Sdep. 176 u (30 mm), das zweite innere Anhydrid des d-Mannits,entsteht aus dem letzteren durch Destillation unter vermindertem Druck.

Ester: Dichlorhydrin C 6 H 8 C1 2 (0H) 4 , Schmp. 174°, und Dibromliydrln,Schmp. 178°, entstehen aus d-Mannit beim Behandeln mit conc. HCl oderHBr Säure.

Jfitromannit C 6 H 8 (ON0 2 ) 6 , Schmp. 108°, der Hexasalpetersäure-ester des Mannits, wird durch Autlösen von Mannit in einem Gemengevon conc. Salpetersäure und Schwefelsäure erhalten. Er krystallisirt ausAlkohol und Aether in glänzenden Nadeln, schmilzt bei vorsichtigem Er-hitzen und verpufft; durch Schlag explodirt er sehr heftig. Durch Alka-lien, wie auch Schwefelaminonium, wird aus ihm wieder Mannit zurüokgebildet.

Hexacet5-l-d.mannitC 6 H 8 (OCOCli 3 ) 6 , Schmp. 119° (B. 12, 2059). Hexa-benzoylmaimit, Schmp. 149°.

Links- oder 1-Mannit (S. 537) entsteht aus 1-Mannoso (aus 1-Arabinose-carbonsäure, S. 542) durch Keduction mit Natriumamalgam in schwach alkali-scher Lösung (B. 23, 375). Er ist dem gew. Mannit ganz ähnlich, schmilzt aberetwas niedriger (163—164°) und ist bei Gegenwart von Borax linksdrehend.

Inact. Mannit, [d+1] Mannit, Schmp. 168°, entsteht in gleicherWeise aus inact. Mannose (aus i-Mannonsäure) und ist identisch mit demsynthetisch dargestellten a-Acrit aus a-Acrose (S. 530; B. 23, 383). Erist dem gew. Mannit ganz ähnlich, ist aber in wässeriger Lösung auchbei Gegenwart von Borax inactiv. Durch Salpetersäure wird er zu in-activer Mannose und inactiver Mannonsäure oxydirt, welche letztere ind- und 1-Mannonsäure gespalten werden kann (B. 23, 392). d- und 1-Man-nonsäurelacton lassen sich zu d- und 1-Mannose und diese zu d- und1-Mannit reduciren. Sämmtliche genannte Verbindungen sind auf diesemWeg synthetisch dargestellt worden.

2. d-Sorbit CH.,OH(CHOH) 4 CH 2 OH + H 2 0, Schmp. 75°, schmilztwasserfrei bei 104—109°, findet sich im Saft der Vogelbeeren von Sorbusaucuparia und entstellt durch Keduction der d-Glucose, sowie nebend-Mannit durch Reduetion der d-Fructose (S. 529) (B. 23, 2023). MitHJ Säure wird er zu sec Hexyljodid redueirt.