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Einleitung'.
1) Bestimmung' des Moleculargewichtes auf chemischem
Wege.
Das Vorfahren ist für alle Substanzen verwendbar, aber esführt nicht immer zu entscheidenden Ergebnissen. Es bestellt darin,dass man Derivate der gegebenen Substanz darstellt, dieselbenanalysirt und ihre Zusammensetzung mit der angegebenen Formelder Stammsubstanz vergleicht. Am einfachsten stellt sich die Auf-gabe, wenn die Substanz eine Säure oder Base ist. Man führt siedann in ein Salz über, bestimmt die Menge des mit der Säure ver-bundenen Metalls oder der mit der Base verbundenen Mineralsäureund berechnet daraus die Aequivalentformel. Zur Erläuterung mö-gen folgende Beispiele dienen.
Man stellt das Silbersalz der Milchsäure dar (die Silbersalze sindmeist leicht rein zu erhalten und krystallisiren meist ohne Krystallwasserund bestimmt die in ihm enthaltene Menge Silber. Mau findet dann54,8 pCt. Silber. Da das Atomgewicht des Silbers = 107,7, so berechnetsich die Menge der im milchsauren Silber mit 1 Atom Silber verbundenenanderen Bestandtheile nach dem Ansatz
54,8: (100-54,8) = 107,7 :xx = 89,0.
Unter der Annahme, dass die Milchsäure einbasisch ist,Silbersalz 1 Atom Wasserstoff durch Silber vertreten ist, folgtdass das Moleculargewicht der freien Milchsäure = 89 + 1 = 90.muss die einfachste empirische Formel der Milchsäure CH 2 0
dreifachtC 3 H 6 C
werden.90:
dass im
hieraus,
Mitbin
= 30 VM-
])ic Molecularformel der freien Milchsäure ist daher
C 8H 6
0 3
366
4890
40,0
6,7
53,3
100,0.
Ist die organischedas Platindoppelsalz dar.
Substanz eine Base.Diese Doppelsalze sind
stellt man gewöhnlichdem Ammoniumplatin-
chlorid PtCl 4 .2(NH 3 HCI) ähnlich constituirt, indem das Ammoniak durchdie Hase vertreten ist. Man bestimmt in dem Doppolsalz die Platinmengedurch Glühen und berechnet die mit 1 Atom Platin (198 Th.) verbundeneMenge der anderen Bestandtheile. Indem man von der gefundenen Zalil6 Atome Chlor und 2 Atome Wasserstoff abzieht und dann durch 2 dividirt.findet man das Aequivalent- res]), das Molecular-Gewicht der Base.
Oder mau unterwirft die organische Substanz den verschiedenstenEeactionen, untersucht z. I>. wie sie sieb bei der Substitution ihres Wasser-stoffs durch Chlor verhalt. Die einfachste Formel für die Essigsaure ist.wie oben erwähnt, ClIoO. Durch Substitution entstehen aus der Essig-säure drei Säuren, die durch Behandeln mit nascirendem Wasserstoff wiederin Essigsäure zurückverwandelt worden:
C2H3CIO2 : Monochloressigsäitre,
C0H2CI2O2 : Dicliloressigsäurc,
C0IICI3O2 : Trichloressigsäure.