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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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macht sich bei den Chlorophyllbändern der Spirogyren in ca.20 Minuten geltend, wobei eine Veränderung der Conturen durchVerquellung sichtbar wird. 1 ) Die Giftwirkung der Oxalate nimmtauch hier auffallend rasch mit der Verdünnung ab; in einer 0,1 procLösung sterben kleinere Spirogyrenarten nach 3 5, grössere erstnach 810 Tagen ab. Oscillarien Hessen darin drei Tage langBewegungen erkennen.

Freie Oxalsäure zeigt selbst bei erstaunlich grosser Ver-dünnung noch eine Giftwirkung auf Spirogyren, welche Algen über-haupt schon gegen jede saure Reaction sehr empfindlich sind. Esaddirt sich hier der Säurecharacter zum Giftcharacter. So sind ineiner Lösung von nur 0,0001 proc. freier Oxalsäure in destillirtemWasser nach fünf Tagen die Zellkerne contrahirt bei noch nor-maler Beschaffenheit des Cytoplasmas. In einer Lösung deräquivalenten Menge Weinsäure waren aber selbst nach neun Tagendie meisten Zellen nicht im Geringsten geschädigt.

Lässt man eine 2 proc. Lösung von neutralem oxalsauremKali auf die Alge Tolypella prolifera, eine Nitellaart mit leb-hafter Plasmaströmung wirken, so ist nach wenigen Secunden dieBewegung sistirt, kehrt langsam wieder und hört nach einigenMinuten für immer auf! 2 ) Offenbar ist die bald eintretende Schädi-gung der zahlreichen Chlorophyllkörper von Einfluss auf diesesResultat, denn bei den Wurzelhaaren der verwandten Charaartenhört die Strömung nicht so auffallend rasch auf und in einer 0,2proc.Lösung kann man dieselbe stundenlang fortdauern sehen.

Pur grüne Pflanzen constatirten bereits Schimper undMigula eine schädliche Wirkung der Oxalate, doch klärten siediese Erscheinung in keiner Weise auf.^) Ich habe bei einem Schnittedurch die gewöhnliche Zwiebel die Wirkung einer 2 proc. Kalium-

') Bei Controlversuchen mit ebenso starken Lösungen von schwefelsauremoder weinsaurem Kali blieben jene Erscheinungen aus.

2 ) Zwar hört auch unter dem Einflüsse einer zweiproc. Lösung neutralen wein-sauren Kalis die Strömung bald auf, sie kehrt jedoch wieder und ist nach Stundenebenso lebhaft wie zuvor!

s ) Flora, 1889, 204. Manche Pflanzen enthalten zwar lösliches saures Kalium-oxalat; allein da dieses nur im Zellsaft enthalten ist und die Vacuole eine sehr dichteWand besitzt, wird das Vordringen zum Kern und zu den Chlorophyllkörpern ver-hindert.