Print 
Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
Place and Date of Creation
URN (Page)
  
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
 

Einleitung.

Frühere Eintheilung der Gifte. — Protoplasma und Giftwirkung. —Unterschiede in der Resistenz der Organismen gegen verschiedeneEinflüsse. — Physiologisches System der toxischen "Wirkungen.

ie Art und Weise der Eintheilung der Gifte war seitherlediglich empirisch, wenn nicht geradezu willkürlich. Sofinden wir bei Taylor (1862) eine Eintheilung in mine-ralische, vegetabilische, neurotische, Spinal- und Cerebrospinalgifte.Es werden die Canthariden zu den vegetabilischen Giften gerechnet,Chloroform mit Morphin, Picrotoxin mit Blausäure zusammen auf-geführt und als neurotische Gifte bezeichnet. Ein solches Systemkonnte nicht nach dem Geschmacke der Forscher sein und wurdevon namhaften Toxicologen auch nicht aeeeptirt. So schreibtL. Hermann in seinem ausgezeichneten Werke »ExperimentelleToxicologie« (1874).

»Eine systematische Eintheilung der Gifte aufzustellen ist vorder Hand fast unmöglich. Gegen jede der in den Lehrbüchernbenützten Eintheilungsprincipien lassen sich gegründete Einwändeerheben. Die Gifte nach ihrem Ursprung in mineralische, pflanz-liche und thierische und in giftige Chemikalien einzutheilen und dieUnterabtheilungen nach naturhistorischen resp. chemischen Systemenzu treffen, hat nicht mehr Werth als eine alphabetisch-lexicalischeEintheilung. Verwandtes wird weit auseinander gerissen und Hete-rogenes steht zusammen. Die Eintheilung nach der Wirkungs-art wäre die richtige, wenn sie bei unseren heutigen Kennt-nissen möglich wäre. Aber diess ist nicht der Fall. Rubriken wienarkotische, scharfe, zymotische Gifte knüpfen an unverständlichePhrasen an und sind daher verwerflich. Muskelgifte, Nervengifte,Herzgifte, Blutgifte sind, obwohl diese Benennungen schon etwas

Loew, Natürl. System der Giftwirkungen. ]