Allgemeinere chemisch-toxico-lo-gische Folgerungen.
1. Eintritt von Carboxyl- oder Sulfogruppen schwächt den Gift-character ab.
2. Eintritt von Chloratomen steigert den Giftcharacter bei denkatalytischen Giften.
3. Durch Eintritt von Hydroxylgruppen wird bei den katalytischenGiften der Fettreihe der Giftcharacter abgeschwächt, bei densubstituirenden Giften (durch Phenolhydroxyle) dagegen verstärkt.
4. Eine Substanz nimmt an Giftigkeit zu durch alle jene Einflüsse,welche die Reagirfähigkeit sowohl mit Aldehydgruppen als mitAmidogruppen steigern (siehe Cap. IV). Wird z. B. eine Amido-gruppe oder Imidogruppe in dem Giftmolecül labiler oder wirdaus tertiär gebundenem Stickstoff secundär gebundener, sei esdurch Wasserstoffzufuhr oder durch Umlagerung, oder wird nocheine weitere Amidogruppe eingeführt, so nimmt im Allgemeinendie giftige Wirkung zu. —■ Vorhandensein negativer Gruppenkann die Wirkungen modiflciren. —
5. Eintritt der Nitrogruppe verstärkt den Giftcharacter. Sind jedochCarboxyl- oder Sulfogruppen im Molecül vorhanden oder könnenbeim Passiren durch den Thierkörper negative Complexe sichmit dem Giftcomplex verbinden oder sich Carboxylgruppen imGiftmolecül bilden, so kommt der Giftcharacter der Nitrogruppewenig oder nicht zum Vorschein.
G. Körper mit doppelter Bindung sind giftiger als die entsprechen-den gesättigten Substanzen.