Anhang.
Giftwirkungen, für welche eine zuverlässige Erklärungnoch nicht möglich ist.
Hieher gehören zunächst einige Säuren des Phosphors.Während Orthophosphorsäure und unterphosphorige Säure (als Natron-salze) ungiftig sind, wirken nach H.Schulz die Unterphosphorsäure,Pyro- und Metaphosphorsäure giftig, wenn als Natriumsalze Kaninchensubcutan injicirt. ] ) Ueber die phosphorige Säure sind die Mein-ungen noch getheilt, nach Neumann und nach Schulz ist sienicht giftig, 2 ) nach Thorpe und Tut ton giftig. 3 )
Ich fand für Fadenalgen, Diatomeen und Infusorien neutraleLösungen von metaphosphorsaurem Natron (l°/ 00 ) ebenso unschäd-lich, wie unterphosph origsaures oder phosphorigsaures Natron.Spirogyren sah ich sogar in 2% Lösungen des metaphosphorsaurenNatrons nach einem Tag noch unbeschädigt. Da Metaphosphor-säure ein Bestandtheil des Zellkern-Nucleins ist (Leo Lieber-mann), so muss die Giftigkeit für Thiere doppelt auffallen. Pyro-phosphorsaures Natron ist für Algen und Infusorien bei l lt —1 %schädlich, allein hier ist zum grossen Theil die starke alkalischeReaction jenes Salzes schuld, wie Controlversuche ergaben, beidenen mit Essigsäure die stark alkalische Reaction abgestumpftwar. — Bei einer Verdünnung von l°/oo ist auch das unverändertePyrophosphat P2 O7 Nai-f~ 10 aq ganz unschädlich! — Für Bacterienhat ebenfalls keines jener Salze irgend einen schädlichen Einfluss. —
Räthselhaft erscheint die Wirkung der Salze der Fettsäuren.Natronseifen der höheren Fettsäuren schädigen die Herzthätigkeit.
*) Arch. exp. Path. 18, 174. Vom Magen aus findet keine Giftwirkung statt.
! ) Ibid. 23, 150.
3 ) Chem. News 61, 212. Nach Larmuth (Journ. of. anat. a. physiol. 11,251) ist von den drei Vanadinsäuren, die Pyrovanadinsäure Vda O7 H4 die giftigste,dann folgt die Metavanadinsäure Vd Os H, zuletzt die Orthovanadinsäure Vd O4 Hä.