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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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kann das Störungen mit sich bringen, welche zum Tode führen.Wir können bei diesen Giften drei Gruppen unterscheiden:

1) die Säuren,

2) die löslichen Mineralbasen,

3) die Salze der Schwermetalle.

1. Die Säuren.

Gegenüber Säuren 1 ) bemerken wir bei den verschiedenen Or-ganismen sowohl, wie auch bei den verschiedenen funktionirendenZellen ein- und desselben Organismus eine oft sehr verschiedeneResistenzfähigkeit. Die Menge Salzsäure, welche z. B. der Magenerträgt, tötet andere sensiblere Gewebe; 1 g HCl wirkt tödtlich proKilogramm bei Kaninchen (Walter). Geradezu merkwürdig resistentsind die 2—3procentige Schwefelsäure secernirenden Drüsenzellenbei einigen Meeresschnecken (Dolium, Cassis, Tritonium).

Zu den widerstandsfähigeren Objekten gehören Schimmelpilze,sie vertragen eine 1 prozentige Phosphorsäure, während die meistenBacterienarten, sowie die Algen und Infusorien sehr empfindlichsind. Unter den Bacterien begegnen wir aber grossen Unter-schieden in der Empfindlichkeit. So können Milzbrandbacillen48 Stunden lang eine 1 prozentige und deren Sporen ebensolangeine 2prozentige Salzsäure vertragen (Dyrmont). Der Cholera-bacillus ist aber schon gegen eine O,lprocentige Salzsäure empfind-lich, etwas resistenter ist der Bac. prodigiosus, und wieder resistenterals dieser ist der Typhusbaoillus. 2 )

Organische Säuren wirken schwächer als die starkenMineralsäuren, wenn sie nicht noch eine specifische Nebenwirkungäussern, wie Oxalsäure oder Ameisensäure. Als ein noch gegen4proc. Essigsäure resistentes Thierchen ist dasEssigälchen (Rhabdi tisaceti) zu erwähnen, von widerstandsfähigeren Pilzen sei die Bier-hefe und Bacterium aceti genannt. Gegen verdünnte organischeSäuren resistent sind auch gewisse Piasmatheile von Geweben höhererPflanzen, nämlich die Vacuolenwände, welche ja häufig einen saurenZellsaft einschliessen. Dem Protoplasma der Droseratentakel sindWeinsäure und Citronensäure in einer Verdünnung von 0,23 % nicht

') Ausgenommen sind hier natürlich Säuren mit specifischer Giftwirkung,wie schweflige, arsenige oder salpetrige Säure.2 ) Stern, Z. Ilyg. 12, 121.