— 33 —
schädlich, wohl aber Ameisensäure, Essigsäure, Milchsäure, Oxal-säure, Benzoesäure bei der gleichen Verdünnung. 1 ) Gegen organischeSäuren sehr empfindlich sind manche Algenarten, wie Spirogyraund Sphaeroplea. In 0,1% Citronensäure sterben sie schon nach30 Minuten, in 0,05% Aepfel- oder Weinsäure binnen 24 Stunden,in 0,01% dieser Säuren nach einigen Tagen; ja sogar die schwächereAsparaginsäure tötet sie bei 0,1% nach einigen Tagen. 2 )
Ameisensäure, H. Ct
.OH,
übt (wegen ihrer Aldehyd-Natur
wahrscheinlich) vielfach eine ganz besonders schädliche Wirkung aus.Die Fäulniss der Gelatine wird verhindert durch 0,25%, die Gärung desRohrzuckers 3 ) durch 0,05% und die Entwicklung mancher pathogenerBacterien'soll schon durch 0,00P>% Ameisensäure verhindert werden.
2. Die löslichen Mineralbasen.
Es gehören hieher besonders die Aetzalkalien, sowie diealkalischen Erden, Kalk, Baryt, Strontian. Die Wirkung der Aetz-alkalien ist zwar eine aufquellende auf Protoplasma, allein bis derQuellungsprocess beginnt, ist der Tod längst eingetreten; dieprimäre Wirkung ist jedenfalls Bildung einer Verbindung in denOberflächenschichten des lebenden Protoplasmas, worauf Absterbenund später der Quellungsprocess erfolgt. In 0,1 procentiger Kali-oder Natronlauge sterben niedere Wasserthiere und Wasserpflanzenin kürzester Frist. — Algen, wie Spirogyren werden sogar dannnoch von Kalkwasser getötet, wenn es im gesättigten Zustandemit destillirtem Wasser auf das zehnfache verdünnt wird, alsohöchstens 0,013% CaO enthält.
In Nährgelatine mit 0,1 % KOH wachsen Typhusbacillennoch, bei 0,14% aber nicht mehr. Cholerabacillen wachsen nochbei 0,14%, nicht mehr aber bei 0,18 % 4 )
') Darwin, Die insectenfressenden Pflanzen.
2 ) Selbstverständlich ist für diese Versuche nicht Kalkcarbonat haltiges Quell-wasser, sondern nur destillirtes Wasser verwendbar. Mit letzterem müssen aberControlversuche angestellt werden, da es von den Destillationsapparaten her leichtSpuren von schweren Metallen enthalten kann, die schädlich wirken.
s ) Hugo Schulz, J. Th. 15. 526. Nach Erlenmeyer wirken Mekonsäure undKhodanWasserstoff ebenso intensiv gärungshindernd als Ameisensäure (Bayr. Ak.-Ber. 1875).
4 ) Kitasat o, Z. Hyg. 3, 418. (Die Nährgelatine bindet jedenfalls einenTheil des Kalis.)
Loew, Natürl. System der Giftwirkungen. 3