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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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ich fand, noch intensiv giftig für diese Organismen. 1 ) Thiophen,C4H4S, ist nach Heffter 2 ) nur ein schwächeres Gift für Säuge-thiere, Hunde vertragen bis zu 2 g pro Tag, Kaninchen werdenaber schon bei 0,5 g unwohl. Das thiophensulfosaure Natron istganz ungiftig (Spiegel). a-Methylthiophen tötet Kaninchen in Gabenvon 1 g, dagegen ist die durch Oxydation daraus hervorgehendea-Thiophensäure, (GtH3S)COOH, in Dosen von 2 g unschädlich(Heffter).

Der Eintritt von Chloratomen steigert auch bei den schwefel-haltigen Giften die Giftwirkung. So wirkt auf höhere Thiere Schwefel-äthyl, C2 H5 — S — Ca H5, nur schwach, Monochlorschwefeläthylstärker, das Dichlorschwefeläthyl, C2 Hi Cl — S — C2 H4 Cl, abersehr stark giftig. 3 ) Bei kurzem Einathmen der Dämpfe des letzterengingen Kaninchen bald zu Grunde, und eine Spur des Oeles aufdas Ohr des Thieres aufgepinselt, führte heftige Entzündung derAugen und Ohren herbei. Unter Eiterung fielen nach einigen Wochendie Ohren nekrotisch ab. Eine solche Beobachtung hat H. Buchnerauch bei Anwendung von Bibrompropionsäuremethyläther gemacht; 4 )er vergleicht die Wirkung mit der von Tappeiner bei Anwendungvon Fluornatrium am Kaninchenohre beobachteten Erscheinung.

Capitel III.

Die durch Salzbildung wirkenden Gifte.

Die Proteinstoffe ähneln in ihrem chemischen Charakter ammeisten den Amidosäuren, d. h. sie können sich sowohl mit Säurenals mit Basen verbinden und salzartige Verbindungen liefern. Ge-schieht das nun mit den Proteinstoffen lebender Protoplasten, so

') Thiophen löst sich mir in geringen Spuren in Wasser. Methylmercaptan('II.i Sil tötet in 0,1 p. m. Lösung hinnen 24 Stunden grössere Infusorien undWürmer, sowie Diatomeen, Kleinere Infusorien und Klagellaten sowie Fadenalgenleben nach dieser Zeit noch.

2 ) Pflüg. Arch. 89, 421 und Che«. C. 1890 I.

:l ) V. Meyer, Ber d. Chem. Ges. 80, 1725.

4 ) Ber. d. Morph.-Physiol. Ges. in München 1890 S. 109.