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Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
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Die Aethylgruppe ist auch in tertiären Alkoholen wirksamerals die Methylgruppe, so fanden Mering und Thierfelder, dass dasDimethylaethylcarbinol (das Amylenhydrat) Schlaf erzeugend wirktin Dosen, in denen das Trimethylcarbinol unwirksam ist. 1 )

CH 3 ^ GH 5 .

CH 3 —C—OH CH 3 ~ C—OH

CH»"" CH 3 ""

Trimethylcarbinol Amylenhydrat.

Das Amylenhydrat ist ein dem Chloralhydrat ähnlich wirkendesHypnoticum (Gürtler 1888), von dem bis 7 g. pro Tag vomMenschen vertragen werden können.

Methyl- und Aethylalkohol sind für alle Organismen nur alsschwache Gifte zu bezeichnen; denn selbst die so empfindlichenInfusorien ertragen lprocentige Lösungen längere Zeit, mancheArten sogar mehrere Tage. Algen ertragen eine 2prozentige Lös-ung bis 24 Stunden, nicht mehr aber eine von 4 Prozent, währendSchimmelvegetationen auch diese Concentration noch ertragen, aller-dings unter Hemmungserscheinungen. Nach Manassei'n wirkenerst 10 Prozent Alkohol zur Nährlösung gesetzt bedeutend schädig-end auf Schimmelpilze. Dass Bierhefe auch diese Concentrationnoch erträgt, ist bekannt.

Für höhere Thiere soll der Methylalkohol C1LOH nach Beaumetzschädlicher sein als der Aethylalkohol, was früher bestritten wurde.Nencki und Sieber haben gezeigt, dass unter dem Einflüsse vonAlkohol (sowie von Aether, Chloroform und Chloral) die Oxydationin den thierischen Geweben herabgesetzt wird. 2 ) Nach Beck undBauer erleiden Hunde durch massige Gaben Alkohol eine Ver-minderung, durch grössere aber eine Vermehrung der Oxydation. 3 )Das vermehrte Wärmegefühl bei Alkoholzufuhr wird auf eine Er-weiterung der Gefässe der äusseren Haut zurückgeführt.

Der Isopropylalkohol (CHs—CH OH—CHn) wirkt auf Thierestark schlaf bringend, beim Menschen reichen 1 bis 2 cc. aus;

') Z. physiol. Chem. », 511.

2 ) Pflüg. Arcli. 31, 332. Nach Munk wird bei massigem Alkoholgenussauch die Harnstoffausscheidung vermindert. — Wie Pfeffer fand, hat Aethylalkoholsowie Säuren und Alkalien eine repulsive Wirkung auf niedere Organismen (Bacterien,Flagellaten, Volvocineen). Leber chemotactische Bewegungen, Leipzig 1886.

3 ) Z. Biol. 10, 252. Nach Weiske befördert Alkohol bei Herbivoren dieEiweisszersetzung.