Druckschrift 
Ein natürliches System der Gift-Wirkungen
Entstehung
Seite
27
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

— 27 —

Kaninchen, bei 1—2 cc. pro Kilo, verfallen rasch in Schlaf underfahren eine Lähmung der Extremitäten. 1 ) Unter isomeren Alko-holen zeigen sich Unterschiede, normaler Butylalkohol ist giftigerals Isobutylalkohol (Gibbs und Reichert). 2 ) Ferner wirken nachSchapirow (1887) primäre Alkohole anders als tertiäre, ersterereizend, letztere niederdrückend auf das Gehirn.

Die primären Alkohole wirken nach Mering weniger narkotisch,als die secundären und diese weniger als die tertiären. Mit der_ Zahl der C-Atome in der verzweigten Kette nimmt ferner die nar-kotische Wirkung zu. Harnstoffderivate mit primären Alkylen wirkennicht narkotisch, wohl aber solche mit tertiären. Die Wirkungsteigt auch hier mit der Zahl der C-Atome; auch Pinakone wirkennarkotisch und hier zeigt sich ebenfalls das Steigen der narkotischenWirkung mit der Zahl der C-Atome im Molecül. 3 )

Gibbs und Reichert (1. c.) geben für die subcutan pro Kilo-gramm Thier tötlich wirkenden Dosen von Alkoholen folgendeWerthe: Propylalkohol 1,6 — 2,5 g, Isopropylalkohol 1,3 — 2 g,Butylalkohol 0,3—0,6 g, Isobutylalkohol 1,3—2 g, secundärer Butyl-alkohol 1,0—1,5 g, tertiärer Butylalkohol 1,0—1,2 g, Heptylalkohol0,1—0,2 g, Oktylalkohol 0,05—0,1 g, Allylalkohol 0,2—0,24 g,Benzylalkohol 0,4—0,6 g, Cuminalkohol 0,25—0,3 g. Der Gift-character nimmt ab, resp. verschwindet bei den mehrwerthigenAlkoholen, offenbar weil der Bewegungszustand in den Moleculenverändert wird; so ist z. B. der Propylalkohol ein katalytisches Giftzu nennen, nicht mehr aber das um zwei Sauerstoffatome reichereGlycerin: CH 2 OH CH2OH

CH 2 CHOH

CH3 CH 2 OII

Propylalkohol Glycerin.

Auch durch Einführung der Carboxylgruppe wird bei Kohlen-wasserstoffen der Fettreihe und den Alkoholen, indem Säuren ent-stehen, der Giftcharacter ganz verändert, und bei aromatischen

1 ) Friedlaender J. Th. 18, 26.

2 ) Americ. Chemisl 13, 361.

*) Schneegans und Mering, Ch. C. 1892 II. Bei solchen Vergleichenkönnen natürlich nur Körper mit ähnlicher Constitution herangezogen werden, nichtaber solche mit verschiedener. So meinte Biernacki, Pflüg. Areh. li), 112, Tliymolsei desshalb giftiger als Chlorallrydrat, weil es mehr C-Atome im Molecül besitze!!