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nur der durch die verschiedenartigsten mechanischen Störungeneingeleitete Absterbeprocess leichter begreiflich, sondern verliertauch das Wesen der Giftwirkung das Mysteriöse, das es besass.
Als einen labilen Bau aus labilem Material müssen wirdas lebende Protoplasma betrachten, wenn auch der molcculareAufbau bei den verschiedenen Eizellen, Drüsenzellen, Muskel- undNervenzellen bedeutend wechselt, wenn auch das labile Eiweissverschiedener Organismen nicht immer identisch ist, sondern auchin zahlreichen isomeren (besonders stereoisomeren) Modificationenvorhanden sein kann. 1 )
Die Unterschiede im Verhalten verschiedener Organismengegen das gleiche Gift hängen vorzugsweise mit der verschiedenenResistenz des Protoplasmas zusammen.
Der verschiedene Aufbau, die abweichende Labilität der ver-schiedenen Eiweissarten im Protoplasma verschiedener Herkunft,eingebettete Stoffe, variirender Wassergehalt und andere Umständebringen es mit sich, dass der Resistenzgrad gegen verschiedeneEinflüsse ungemein wechselt. Wasserarme Objecte, wie Samen undSporen vertragen z. B. weit höhere Temperatur als wasserreiche. —Heisses Wasser tötet schneller als heisse Luft. Gerstenkörner sterbennicht nach 15 Minuten in Luft von 75°, aber rasch in Wasser von75°, nach Just sollen Haferkörner sogar eine trockene Hitze von122° aushalten können. Blätter sterben durchschnittlich bei 4(>°nach 10 Minuten, doch halten viele Gewächse noch f>0 ° C. eineViertelstunde lang aus. Nach Darwin hält das Protoplasma derDroseratentakel kurze Zeit 62 ° C. warmes Wasser aus. Das Ab-sterben pflanzlicher Objecte manifestirt sich sofort an dem Schlaff-werden, an dem Permeabel werden, Trübwerden und Loslösen desPlasmaschlauches, auch Austreten von Earbstoffen. Merkwürdig ist
l ) Vgl. O. Loew, Centralis, f. Uactcriologie 12, 457. — Ich habe schon imJahre 1887 (Pflüg, Arch. 40, 437) das lebende Protoplasma als einen labilen Bauaus labilem Material definirt. Es gereicht mir zur grossen Freude, dass Rosenbach(Mechanik des Nervensystems, D. Med. Wochenschr. 1892) zur gleichen Anschauunggelangt: >Das lebende Gewebe unterscheidet sich vom toten besonders dadurch,dass der heterodynamische Gleichgewichtszustand des lebenden Gewebes kein stabiler,sondern ein labiler ist. Selbst die Atome müssen im lebenden Gewebe zurMaschine angeordnet sein, so dass schon ein lebendes Molecul allein als GanzesArbeit leistet.«