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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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aber nicht vereinzelt da, sie sind hier nur beispielsweise angeführt wegen abfälliger Befürch-tungen des ansblcibendcn, leider oft maßgebenden, äußerlichen Erfolges, dessen WirkungenC. M. von Weber in seiner Kapuziner-Predigt echt aristophanisch dnrchhnchelt, indem erspricht von denvielen Aplandirsünden, von dem Geschrei und Bravo geben, dem jetzt diePnblicümer leben". Man braucht nur einen Griff zu thnn in das Schatzkästlcin, das Männer,wie Silcher, der treffliche Knnz in München mit den sorgfältig gesammelten Kleinodendeutscher Sangespocsie gefüllt, und die Perlen werden sich nicht spärlich zeigen. Soweitich weiß, hat Kunz vor Jahren eine derartige Sammlung, die einen von ihm eigenhändiggeschriebenen, mit einer geistreichen Borrede versehenen Folianten füllt, dem hiesigen Vereineverehrt, sic dürfte im Archive zu finden sein; cs ist, wie man liest, von jenem nenestenseine andere Lieferung im Drucke erschienen, er hat auch SchubertsLied des gefangenenJägers", das wohl Jeder ein deutsches Volkslied im edelsten Sinne des Wortes nennenwird, für Männerchor eingerichtet, und cs gibt noch Vieles, z. B. C. M. v. Webers Volks-lieder, das nur einer mühelosen vierstimmigen Zubereitung harrt, um mundgerecht zu werden.Bei der Gelegenheit entsinne ich mich eines Vorfalles, dem hier ein Platz gebührt.

Kunz hat denPrinz Engenins" mit einer sehr bezeichnenden Orchester Begleitungversehen, die Partitur ist von ihm um 2 Lonisd'or zu beziehen ; bekanntlich ist mmPrinzEngenins" das Einzige, eigentlich österreichische Volkslied, das einen vaterländisch geschicht-lichen Vorwurf hat, (C. Löwe hat seine Entstehung, poetisch wie nur denkbar, in einerBallade behandelt) und die Partitur ist richtig neunmal bestellt worden, aber siebenmal vondadraußen im Reich" und schon zweimal vom engeren Vaterlande, d. h. von den Vereinenin Linz und Salzburg. Dem Wiener Vereine hat der Bearbeiter ein Exemplar znm Geschenkeeingetragen mit der Bedingung der öffentliche» Vorführung, ich selbst war der Neberbringerdes freundlichen Anerbietens; nun habe ich zwar kein Recht, irgendwie im Namen desVereines zu sprechen, glaube aber Herrn Knnz immerhin meine rein persönliche llcberzeugnngmittheilen zu können, daß der Verein thcils gewiß nur wegen lang vorbereiteter anderweitigenAufführungen und Mangel sonstiger Gelegenheit noch nicht in der Lage war, seinen schätz-baren Antrag annehmcn zu können.

Um nun zur früheren Aufzählung von Volksliedern und Volkslicdartigcm zurückzn-komnicn, ist noch zu sagen, daß cs nicht leicht möglich, alle derartigen Tonstückc hier nament-lich anznführen, es soll dieser Aufsatz eben nur eine Anregung sein; mit dem Moscsstabeanznklopfen, um die Quellen fließen zu machen, das ist die Sache derer, die an den Quellensitzen, und ich glaube, gerade unser Männergesangvcrein hätte an Stegmaier den Berufenen,sür dessen Tactstock das MoscSwnndcr keine Kunst wäre.

Es bleibt jetzt noch anzuführen, wie dieser Ansicht zufolge die Programme allerAufführungen der Männergesangvercine überhaupt zu bilden wären. Darin sollte man sichmehrere deutsche Liedertafeln znm Vorbild nehmen; ich sage, nicht alle, denn man weiß, wieoft im Rufe stehende Vereine den erbärmlichsten Schund singen, trotz allen Geschreies überden erlesenen norddeutschen musikalischen Geschmack. Bei obgesagten Gesellschaften ist esGrundsatz, das Programm zur Hälfte ans gehaltvollen, ernsten und heiteren Gesängen ältererund moderner Meister, zur Hälfte aus Volksliedern zu bilden, mit strengster Vcrpönnngder inhaltsleeren Erzeugnisse fader Empfindelei (Schmachtlappen), dann der allzu leichtenWaare, deren Melodie manchmal 34 Worte zu Grunde liegen, und deren Heiterkeit undFrohsinn in einer endlosen Dudelei zu finden sein soll. Mit einem Worte: Krieg der Gemein-heit in allen Formen! sei die Losung.

Ans der anderen Seite wäre es endlich an der Zeit, daß die große llebcrzahl deraußeröstcrreichischen deutschen Vereine nähere Bekanntschaft mit unserem Landsmanne FranzSchubert machen wollten, was bis jetzt nicht der Fall gewesen, wie ich anS dem Mundetüchtiger Männer weiß, die selbst solche Anstalten leiten; erzählt doch die Geographie Nichtsvon einer chinesischen Mauer, welche Oesterreich von seinen Brndcrlanden, mit Einbegriff derSchweiz, scheidet.