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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
14
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Nächstens werde ich mir erlauben, Ihnen, sehr geehrter Herr, ein Paar andere Mnnner-Ouartctten «durch Herrn Haslinger) zur Durchsicht einzusenden. Finden Sic dieselben darnach,eine öffentliche Aufführung damit riskiren zu wollen, so stelle ich Ihnen dies gänzlich anheim.Mit der Messe hat es durchaus leine Eile und ich muß befürchten, daß das Einstn-dircn dieses Werkes Ihne» und dem Gesnngspersonal einige Mühe kostet. Vor Altem bedarfes gänzlicher Sicherheit der Intonation, welche nur durch das Prokuren der einzelnenStimmen (hauptsächlich der Mittelstimmen 2, Tenor und I, Baß) zu erlangen ist unddann über Alles, religiöses Vertiefen, Versenken, Nnfgehen, Verklären, Umschatten, Beleuchten,Beschwingen, mit einem Worte, eatholische Andacht und Begeisterung, Das 6re«lomuß felsenfest »nie das Ito^ma, erklingen; das Laiiekus gehcimnißvoll »nd wonnig schwimmen;das ^Anns I>ei lwie das miserero nvdis im lUorin) sanft und tief elegisch aeeentuirtwerden, mit dem innigsten Mitgefühl der Passion Christi; und das Dann nobio puremruhig, versöhnend und glaubensvoll dahinschwebcn wie duftender Weihrauch, Der kirchlicheComponist ist auch Prediger »nd Priester, und wo das Wort für die Empfindung nicht inehrausreicht, beflügelt und verklärt es der Ton,

Das wissen Sie znni Wenigsten eben so gut als ich, und ich muß mich entschuldigen,cs Ihnen zu wiederholen, Falls cs die Räumlichkeit des Chores gestattet, dürfte es vielleichtzweckmäßig sein, noch einige Blasinstrumente (Clarinetten, Fagott, Hörner, ja selbst ein paarPosaunen) der Messe beiznfügen, um den Gesang mehr zu stützen. Wären Sie dieser Ansicht,so bitte ich Sie, mir cs durch ein Paar Worte mitzntheile», und ich sende Ihnen sogleich einekleine Partitur der Blasinstrumente, Die Gesangsstimmen aus Jena erhalten Sie nächstens.Für heute empfangen Sie nochmals meinen aufrichtigen Dank nebst der Versicherung derausgezeichnetsten Hochachtung Ihres freundlich ergebenen

_ F> Liszt,

lnerbeck an luszt.

Hochverehrtester Herr Doctor!

Vorerst meinen herzlichsten Dank für die ausnehmende Freundlichkeit, daß Herr Doctorgleich nach der Ankunft, wo sicher ein Wust von Beschäftigung Ihrer harrte, sich Zeit schafften,mir zu schreiben. Ich weiß diese Ehre zu schätzen. Die Messe anbelangend, bitte ich rechtsehr um die Partitur der Blasinstrumente; bezüglich der erwähnten Sorge wegen Mühe desEinstudirens, erinnere ich nur an den Spruchwas man gerne thnt, macht keine Mühe"und an Begeisterung für die Sache fehlt es mir auch nicht. Daß cs mit dem Cnpircn beivielen der Sänger Anfangs etwas schwer halten wird, verhehle ich mir nicht ich verlassemich ans das geistige Ans- und Hinüberströmen der Empfindung, ohne das ich mir dasDirigircn einmal nicht denken kann. Die Männergnartette erwarte ich sehnsüchtig; cs soll dasProgramm in unserem zweiten Conccrte (Anfangs März) damit geschmückt werden.

Jetzt erlaube ich mir noch mit der Bitte pro üoino zu kommen, hochverehrter HerrDoctor wollen die Güte haben, das folgende Manuskript meines Streichquartettes gelegentlichdnrchznschen. Wegen der wnndcrbaren Harmonie der Urtheilc (nota, dene in der Hauptsache)über dieses Product sind vielleicht die von mir znsanimcngestellten Variationskarten nichtganz ohne Interesse, ich will aber nicht so unbescheiden sein, Ihnen die ganze umfangreicheLesung znznmuthe» vielleicht stellenweise.

Für die angegebenen Variationen im Fanstchore bi» ich sehr dankbar wir lassenes aber bei der dem Componisten offenbar liebsameren Gestaltung zudem singen unsereHerren die allerdings etwas heikle Stelle nicht schlecht. Anliegend folgt noch eine Mittheilnngunserer geschäftlichen Leitung möge» verehrter Herr Doctor den guten Willen freundlichaufnchmen. In ausgezeichneter Hochachtung rc.