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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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worden waren — in ihr Programm anfgenommcn, und die Aufführung der-selben fand am 21. Februar statt.

Der Erfolg war ein bedeutender, Herbeck mußte zwei mal erscheinen, umfür die in reichem Maße dargebrachten Beifallsspcnden zu danken. Bon derKritik wurde die Composition beinahe ausnahmslos als ein fein empfundenes,meisterlich instrumcntirtes Stück gelobt. Herbeck war hocherfreut über den Erfolgund die vorzügliche Aufführung, welche er übrigens nicht selbst leitete. Er über-ließ diese Arbeit dem Dirigenten der Conccrte, Otto Dessoff.') Es war dies eineder letzten Aufführungen, welche dieser vortreffliche Künstler i» Wien leitete.Anfang October 1874 war ihm nämlich von Seite des Hoftheaters in Karls-ruhe der Antrag gemacht worden, unter dem Titel Hofcapellmeister mit einemGehalte von 4000 Gulden an diesem Theater zu wirken. Wenn man bedenkt,daß Dessoff in Wien nur 3400 Gulden Gehalt bezog und den sehr bedeutendenUnterschied in den Lebensmittel- und Micthpreisen beider Städte in Betrachtungzieht, wenn man ferner bedenkt, welch' ungleich einflußreichere Stellung einHofcapellmeister an einem deutschen Hofe bekleidet, als ein Theatcr-Capellmeistcrin der großen Residenz Wien, so muß der Antrag, welcher Dessoff gestelltwurde, als ein äußerst vortheilhaftcr und ehrenvoller erkannt werden. Hcrbeckerstattete einen unmittelbaren Bericht an den Fürsten Hohenlohe, worin er dieSachlage und Dringlichkeit der Angelegenheit schildert und den Fürsten umEntscheidung darüber bittet, ob er Dessoff im Falle seines weitere» Verbleibensin Wien 5000 Gulden Gehalt und den Titel eines erste» Capellmcisters ander Oper in Aussicht stellen dürfe.'ch Der Fürst willigte in die gestellte» Be-dingungen nicht ein, und in Folge dessen nahm Dessoff begreiflicher Weise denKarlsruher Antrag an. Mit dieser einfachen Darstellung des Sachverhaltesmögen auch jene Unzahl damals in Umlauf gesetzter Gerüchte ihre Widerlegungfinden, welche meistens darauf hin zielten, Herbeek als den grimmsten FeindDessoff's darzustellen, der mit allen Mitteln auf eine Entfernung desselbenvon Wien hinarbeite. Als Nachfolger Dessoff's hatte Herbeck den damaligenCapellmeistcr am Hoftheater zu Wiesbaden, Wilhelm Jahn, in Aussicht ge-nommen. Er leitete auch schon die nöthigcu Verhandlungen mit demselben ein,jedoch konnte keine Einigung erzielt werden. Weitere Sorgen um den erledigtenEapellmeister-Posten konnte Herbeck sich ersparen. Wenige Tage, bevor Dessoffsich verabschiedete, legte Herbcck die Dircction des Hof-Opcrntheatcrs nieder.Das kam so:

Im Herbste 1874 waren die Einnahmen des Theaters in Folge derungünstigen Zeiten zu den Ausgabe» in ein derartiges Mißverhältnis; gcrathcn,daß Herbeck sich gezwungen sah, zur Bedeckung der Erfordernisse, einen Creditanzusuchen, welcher ihm als ein Vorschuß, dessen „ehethunlichste Rückerstattungder Direction zur gewichtigsten Pflicht gemacht wird", in der Höhe von

-) Bergt. Briefe vom 21. und 22. Februar 1875, Anhang S. 98 f.

2) Brief vom 3. October 1874, Anhang S. 92 f.