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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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des „Figaro" rührte sich aus diesmal keine Hand, als die Sängerin die Bühnebetrat, und ein wahrer Jnbelstnrm brach loS, als sie geendigt hatte.

Im dritten Concerte am 31. Mürz 1870 brachte Herbeck die ,Nis8nsolönmis" non Rossini, ein ziemlich seichtes Tongcbilde, das in Paris alsMeisterwerk verehrt wird und unbegreiflicher Weise auch non deutscher Seitehier und da maßlos überschätzt wurde. Es war nicht Herbeck's Idee, diese Messezur Aufführung zu bringen, und er hätte dieselbe auch schwerlich gefaßt. Dadieses Werk aber schon einmal am Programme stand und er in dessen ein-maliger Vorführung gerade kein Verbrechen erblickte, so ging er, trotz dernon ihm erkannten Unbedeutendheit der Messe, mit Fleiß und Eifer an'sStudium.

Im vierten Concerte am 21. Mai brachte er die erste Abtheilung des„Manfred" von Schumann und Schnbert'S „Häuslichen Krieg". Damit fand diein künstlerischer wie finanzieller Beziehung recht ergiebige Saison der Abonne-mcnt-Concerte ihren Abschluß. Wie wenig dieselben den Gesellschafts-Conccrtcnmateriellen Schaden zufügtcn, zeigte der ungeheuere Zulauf, dessen die letzterengerade in dieser Saison sich zu erfreuen hatten.

Die Gesellschaft der Musikfreunde ward diesmal gezwungen, den Beginnihrer Saison um beinahe zwei Monate über den gewohnten Zeitpunct hinauszu schieben, weil das bevorstehende freudige Ereignis; -— die Eröffnung ihresgroßen neuen Hauses — trotz alles Hustens der Bauleute vor Neujahr 1870nicht stattfinden konnte.

Der Bau war, Dank des unausgesetzten Wirkens zweier Männer,Nikolaus Dnmba und Franz Egger, sowie der Unterstützung durch die öster-reichische Sparcassa, welche die Beschaffung eines großen Theilcs der Geld-mittel in einer, der Gesellschaft die möglich geringsten Opfer auferlegendenWeise vollführtc, zu Stande gekommen. Auch Herbcck darf das Verdienst, inmittelbarer Weise an dem Baue mitgcholfen zu haben, nicht abgesprochcnwerden, denn er war es, welcher die Gesellschaft der Musikfreunde in die Reiheder ersten Concert-Jnstitutc stellte und dadurch ihr Ansehen und ihren Creditin jeder Beziehung hob.

Am 5. Jänner 1870 fand die feierliche Schlnßsteinlcgnng durch denKaiser, Tags darauf das erste Conccrt im neuen Saale statt. Welch' ein Unter-schied zwischen dieser künstlerischen Eröffnungsfeier und jener ersten Productionim alten kleinen Saale unter den „Tuchlauben" ungefähr 40 Jahre vorher!Becthoven's herrliche Klänge gaben, wie sich's gebührt, dem Hanse die ersteWeihe, und nach ihm hielten die anderen Heroen der Musik: Haydn, Bach,Mozart und Schubert würdevoll ihren Einzug. Die ungeahnte Größe desSaales und die verschwenderische Pracht, mit welcher derselbe ausgestattet ist,imponirte allgemein. Freilich die edle Einfachheit des NedoutcnsaaleS, welchedem Coneertbesucher keinen Anlaß zu sinnlicher Zerstreuung bietet und ihnförmlich zwingt, seine Aufmerksamkeit ausschließlich der Musik znznwcndcn,