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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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nieder. So viel der Verfasser eruiren konnte, kam es jedoch nicht zu einerVeröffentlichung derselben.

Das erste Abonncment-Concert am 2. November zeigte, daß die Be-fürchtungen, welche man au den, durch eine abgeanderte Aufstellung desOrchesters verursachten Einfluß auf die Schallwirknug geknüpft hatte, grundlosWare». Im Gegentheile, man kam zur Einsicht, daß das große Opernhaus,indem die Bühne im rückwärtigen Theile verschallt und das Orchester sammtdem Chor in geschlossener Masse ans derselben postirt wurden, sich in einenschönen, gut akustischen Coucertsaal verwandelt hatte. Beethoven's Leouoren-Ouverture Nr. 2 machte den Anfang, darauf folgte die von Herbcck arraugirte,vom Chor des Theaters vorgetragcne Schubert'sche „Litaney", Haydn's reizende,nach französischein Muster von vollem Streichorchester gespielte Variationen in6-äur (Volkshhmne), Frau Dustmann ergötzte das Publicum durch den Vor-trag einiger Schubert-Lieder, Chor und Orchester gaben den Schlußsatz deszweiten Don Juan-Finales znm Besten, und den Beschluß bildete Mendels-sohn's Symphonie in ^-raoll. Obwohl dieses Programm durchaus Bekanntesenthielt, so bewirkte der Reiz der Neuheit sowohl, als die in allen Theileuvorzügliche Aufführung, daß die Zuhörer bis zum Schlüße in der gespanntestenAufmerksamkeit verblieben und daß dem Unternehmen das günstigste Proguostikongestellt wurde.

Im zweiten Concerte am 18. Deccmbcr bot das Orchester des Theaters durchdie Wiedergabe der Lrvieu Beethoven's eine seiner glänzendsten Leistungen. „Selbstdas Glück", schreibt Speidel,') „stand mit dieser Aufführung im Bunde, den» die be-rüchtigte Hornstclle im Trio des Scherzo, die kein Engel und kein Teufel in seinerGewalt hat, ging schön und glatt vorüber." Das Glück und etwas Verständniß dabeidarf man diesem wahren Satze ergänzend hinznsetzen, denn Herbcck nahm das Tempoim Trio, welches in der Regel überhastet wird, naturgemäß in langsameremZeitmaße, nicht wie ein Kritiker, lächerlich entschuldigend, behauptet „aus Vor-sicht". Auf diese Weise ginge» die Hornstelle», deren Ausführung eben auchnoch im gemäßigteren oder besser gesagt richtigen Zeitmaße eine besondereAufmerksamkeit der Bläser erheische», ohne Unfall von Statten. Der vocaleTheil des Concertes wurde durch die Mitwirkung des Frl. Bosse besondersgenußreich gestaltet. Die Dame trug „Necitativ und Arie" aus „Iphigenie inTauris" von Gluck verständig, natürlich und rein vor. Die Kunst einesSängers zeigt sich nicht leicht irgend wo deutlicher, als im Vortrage Gluck'scherMelodien. Hier könnte der best scenirte Schwindel den Hörer über die Un-fähigkeit eines Sängers nicht im Zweifel lassen. Besonders in Wien, wo Glucknoch immer nicht in verdientem Maße gewürdigt wird, will es viel heißen,wenn jemand ein Concert-Publicum durch den Vortrag eines Stückes diesesMeisters zu begeistern vermag. Und Frl. Bosse bewirkte dies. Wie gelegentlich

>) Fecindcnblatt vom 21. Dcccmber 1869.