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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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252
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die Hofthcatcr unterstellt waren, starb, nnd der Kaiser übertrug mit Ent-schließung vom 11. Juli 1867 die Leitung derselben einer eigenen Behörde,derGeneral-Intendanz der k. k. Hoftheater", und ordnete die Unterstellungdieses Amtes unter den ersten Obcrsthofmcistcr Fürsten Hohenlohe an. ZumChef der General-Intendanz wurde der Präfect der Hofbibliothek, Eligius Freiherrvon Münch-Bellinghauscn (Friedrich Halm), der Dichter desWildfeucr"und derGriselidis", ernannt. Die damalige Situation hat Nikolaus Dnmbain einem Briefe an Herbeck trefflich gekennzeichnet:Nun Halm Intendantunter Hohenlohe, ich hoffe mehr vom Letzteren als vom Ersteren. Halm, wennauch Dichter, ist doch ein echter Vormärzlicher und versteht von Musik so vielwie ich von Sanskrit, doch schlechter kann's nicht werden. Ich hoffe, nun hatSalvi's Ende geschlagen."

Diese Vorhersagung traf ein. Fürst Hohenlohe, welcher kurz vorher denmiserablen Zuständen in der Hofcapclle ein Ende bereitet hatte (1866), unter-nahm nun die so nothwcndige Absetzung Salvi's von einem Posten, dessenAnforderungen er in keiner Weise gewachsen war. Nur war die Wahl seiuesNachfolgers keine sehr glückliche. Ein Mann, der seine Fähigkeit, ein Theaterzu leiten, allerdings schon glänzend bewiesen hatte, dem aber nicht nur dasVerständniß, sondern sogar der Sinn für Musik abging, wurde zum Directordes Hof-Operntheaters ernannt. Eines Morgens wurden die Wiener durch dieNachricht überrascht, daß die Leitung dieses Theaters dem früheren Intendantendes Hvftheaters i» Weimar, Franz von Dingelstedt, übertragen worden sei.

Den Anstoß zu dieser Berufung gab Freiherr von Münch. Dieser warnämlich einer der glühendsten Verehrer der großen Julie Rettich. Als diesestarb, widmete ihr Dingelstedt in derNeuen Freien Presse" einen warmempfundenen poetischen Nachruf (April 1866, vergl. S. 201). Non diesem Augen-blicke augefangen war Dingelstedt sein Mann, nnd als Halm die Stelle einesGeneral-Intendanten erhielt, ruhte er nicht eher, als bis sein Lieblingsplan,Dingelstedt als Thcaterdircctor in Wien zu scheu, sich verwirklicht hatte. Freilichhätte Halm dies schwerlich allein zuwege gebracht, würden nicht noch anderePersonen bei der Berufung mit im Spiele gewesen sein. Der Posten desBurgtheater-Direetors war, da man nach dem Abgänge Laube's noch eineWeile mit Wolf fortepperimcntiren zu müsse» glaubte, im Augenblicke nichtvacaut und so ward Dingelstedt, weil sich eben die Gelegenheit dazu gabvorläufig wenigstens Director des Hof-Opcruthcatcrs.In Oesterreich istalles möglich" war Dingelstcdt's Sprüchwort: er hat die Wahrheit desselbenan sich selbst erfahren, denn wie man einen Alaun, dessen Maxime es war,daß das Concert ein überflüssiges, die Oper ein nothwcndigcs Nebel sei,zum Director eines Opcrnthcatcrs ernennen konnte, ist eben eine Unbegreiflich-keit. Dingelstedt machte dergleichen Bemerkungen nicht etwa in ganz intimenKreisen, sondern in seinem Bureau, mit den Untergebenen scherzend, wenn ergerade gut gelaunt war.