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dc» ausftthrcndcn Mitteln znlasscnden Stücke» znsnmmeugestellt werden, waswohl keine so einfache Sache ist.
Den Schluß des 3. Gescllschafts-Concertes bildete die Reformations-Symphonie, eines der bedeutendsten Werke Mcndelssohn's, das man früher inWien unbegreiflicher Weise nie zu Gehör bekommen hatte. Der Erfolg wor-ein glänzender. Neben solchen freudigen Errungenschaften bot die Saison auchein für Herbert recht schmerzliches Ereigniß. Sein Schwager und Freund MorizGrciner erlag am 19. März 1869 einer langwierigen, schmerzhaften Krankheit.Herbert war, obwohl auf das Ereignis; schon längst vorbereitet, doch anf'stiefste erschüttert. Greiner's LebcnSschirtsale hatten einige Aehnlichkeit mit jene»Hcrbcck's. Gleich diesen: mit großen Talenten ansgestattet, verdankte cs auchGrciner nur seiner eisernen Energie und seinem beispiellosen Fleißc, daß ernach langem Ringen mit Elend, Neid und Unverstand endlich ans den Pnnctgelangte, seine Werke beachtet und anerkannt zn sehen. Grciner war derjenige,welcher die Kalligraphie zur Kunst erhoben hat. Seine Federarbeitcn müssen, sowohlwas tadellose Form der Schriftzeichen verschiedenen Systcmcs, als auch wasFeinheit und Schwung der die Schrift verzierenden oder cinrahmcndcn Orna-mentik betrifft, Kunstwerke ersten Ranges genannt werden. Bon seinen Feder-zeichnungen sei blos die reizende, so ergreifend einfach illnstrirtc kalligraphischeWiedergabe eines Gedichtes, „Meine Freundin" (die Violine), erwähnt, welchevielen älteren Wienern noch in Erinnerung sein dürfte, da sie den Auslage-kasten, welchen Greincr zum Zwecke der Ausstellung seiner Arbeiten in derKärntncrstraße gemicthet hatte, Jahre hindurch schmückte.
Die Arbeiten, welche er 1855 zur Ausstellung nach Paris gesandthatte, wurden für das Louvre-Museum angekauft. Er selbst ging damalsnach Paris und machte, in Anbetracht seiner Verhältnisse großartig znnennende Einkäufe von Kunstwerken. Grciner war sonst von einer Sparsamkeit,die zuweilen an Geiz gränzte und die Hcrbcck's Spott oft heraussordcrte.Um so mehr mußte es Wunder nehmen, daß er seine, in einigen tausendGulden bestehenden Ersparnisse in Paris binnen kurzer Zeit verausgabte undstatt mit dem Gelde mit einer Sammlung prächtiger Stahl- und Kupfersticheund einigen reizenden Bildern nach Wien zurückkchrte. Es war dies seine einzigegrößere Reise, die er unternommen hat. Sonst war Grciner von seinem Arbeits-tische, den er vom frühen Morgen bis zum späten Abend besetzt hielt, nichtleicht wcgznbringen. An Sommerabcndcn zog ihn Hcrbeck oft gewaltsam vonder Arbeit weg und zwang ihn zu einem gemeinschaftlichen Spaziergange.Greincr war, trotz der bitteren Erfahrungen, welche ihm das Leben schon inFülle geboten hatte, Optimist. Er begriff nie, wie es möglich wäre, krank znsein, und er hielt demgemäß auch die ernsten Zustände seiner Frau blos fürEinbildung. Ja noch mehr, Greincr glaubte, daß er unmöglich sterben könnte,oder doch mindestens ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen müßte.Dem an Jahre» bedeutend jüngeren Herbeck räumte er eine ungchenere moralische