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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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seltenste» Anlässen Coucerte besucht, mehrere Erzherzoge, die Minister, der Hof-staat, der uiedcrösterrcichischc Laudcsausschuß, der Bürgermeister von Wie» mitdem Gcmcinderathc, sowie Hunderte von Vertretern auswärtiger Vereine wohntendem Eoncerte bei, welches mit einem von Karl Nick gedichteten, vou LewinSkhmeisterlich gesprochenen Prologe, in dessen Text die Titel der hervorragendstenChöre ans dem Repertoire des Vereines mit Geschick eingcflochten waren, er-öffnet wurde. Franz Schubert, dessen lorbecrbekränztc Büste vor demDirigcuten-pnltc ausgestellt war, mußte bei dieser Gelegenheit würdig vertreten sein. Herbcckhatte zu diesem Zwecke ciu von ihm bearbeitetes Quintett aus der Oper „DerGraf vou Glcicheu" auf's Programm gesetzt, welches vou Frau Wilt uudGustav Walter, ferner vou deu ausübeudcu Mitgliedern Olschbaur, Förchtgottund Schmidtlcr trefflich wicdcrgcgcbcu wurde; aus derselbe» Oper brachteHerbcck noch eine Anette: „Ihr Blumen, Ihr Bäume", ein reizendes, echtSchubcrt'schcs, aber auch mit bewuudcruswerthem Aucmpfiudcu an den Meisterinstrnmcntirtcs Stück, zur Aufführung. Franz LiSzt's Psalm, welcher die erstemusikalische Nummer des Coucertes bildete, wurde wie die „Waldscene" unddie beiden Schubert'schen Stücke vou Herbcck dirigirt. Heinrich Esser undFranz Lach»er dirigirtcn ihre Widmungen persönlich. Das Fest verlief ineiner glänzenden Weise.

Herbcck, dessen Verdienst cs war, den Wiener Mäuuer-Gesaug-Vcreiu ansjene Höhe gehoben zu haben, ans der er nun stand, konnte mit berechtigtemStolze auf sein Werk blicken. Wie ganz anders war es mit dieser musikalischenKörperschaft vor zwölf Jahren bestellt, als er die Leitung derselben übernahm?Das Materiale war freilich ganz vorzüglich, aber wo waren die künstlerisch be-seelte» Aufführungen, wo das abwechslungsreiche Repertoire, wo die Begeisterungder Mitglieder, das Interesse des Publicnms? Es wurde schon au den geeignetenOrten crwähick, daß Herbcck, der nur wenige Schubert'sche Chöre im Repertoirevorfand, die schönsten Producte dieses Meisters der Vergessenheit entriß und sieden Programmen des Vereines eiuvcrleibtc. Von hier aus haben diese herrlichenLieder dann ihre Wanderung angetrcten durch alle Orte, soweit die deutsche Zungereicht. Ein großes Verdienst Herbcck's muß auch die Einführung des Volksliedes,dessen Pflege vorher recht vernachlässigt worden war, genannt werde», und,würde noch einer Menge anderer alter und neuer Schöpfungen gedacht, umwelche er das Repertoire bereichert hat, so wäre» seine Verdienste noch immernicht voll aufgezühlt. Es muß eben auch noch ausdrücklich erwähnt werde», daßer eine bedeutende Neuerung eiusührtc, eine Neuerung, die sich gewiß zu einemwichtigen Factor für das Gedeihen des Vereines gestaltete. Als Herbeck dieLeitung übernahm, waren die Programme, der beschränkten Ansdrucksmittcl derKnnstgattung gemäß, ziemlich eintönig. Anderthalb bis zwei Stunden mit wenigerAbwechslung Mäuucrchöre meist ohne Begleitung Vorträgen zu höre», muß uoth-weudigcr Weise langweilig werden uud schließlich ermüde». Herbcck machte dieMitwirkung eines Orchesters, einer Sängerin oder eines Virtuosen auf irgend