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einstndirt, zur Aufführung und errang einen glänzenden Erfolg, wie dies beidieser lieblichen, stellenweise sogar bedeutenden Composition zu erwarten stand.Der Gcistcrchor, welchen Herbcck 1858 im Männcr-Gesang-Vcreine oornahm,ist an und für sich schon ein Cabinetsstück, das dem berühmten „Gesang derGeister über den Wassern" an die Seite gestellt werden kann. Herbeck schriebdamals in sein Tagebuch: „Ergreifend, mächtig, von einem Colorit, wie esnur dieser glühenden Phantasie eigen!"')
Die eigenen Compositioncn, welche im Herbst 1867 und in dem darauffolgenden Winter entstanden, sind nicht zahlreich. Am 10. November vollendeteHerbeck einen prächtigen Männerchor mit Orchester im Sthle des Landsknecht,„Marschiren", am 20. November die n vaxsiia-Männcrchöre „Maicnzeit", einStück voll ursprünglicher Frische und „Lebewohl". Am folgenden Tage entstandein herrliches Lied für gemischten Chor, „Im Maien", ein Lied von rührenderEinfachheit und Herzlichkeit, am 9. Decembcr ein Lied mit Clavierbegleitung„lieber die See", und, als ob ihn die Nähe der Weihnachtszeit dazu gemahnthätte, ein (lautem xastoraiis für gemischten Chor und Orchester, worin Herbcckmit den denkbar einfachsten Mitteln eine große Wirkung erzielt hat. DieseComposition kann als das Muster eines kirchlichen WeihnachtSgesangcs gelten.Mit der Orchcstrirung des feinsten Stückes ans den für Clavicr geschriebenen„Kindersccncn" von Robert Schumann hat Herbcck ebenfalls einen glücklichenGriff gcthan. Die „Träumerei" erregte denn auch in der Hcrbeck'schen Bear-beitung für kleines Orchester (2 Violinen, Biola, Cello, Contrabaß und einHorn) jedesmal einen Sturm von Beifall. Man kann sich aber auch in derThat keine zartere Wirkung vorstellen, als dieses völlige Hinsterdcn der lang-gezogenen Accorde, durch welche, um einen Ansdruck Schnmann's zu gebrauchen,ein Hornklang wie ans himmlischen Sphären tönt, hervorbringt. Am 8. Februar1868 entstand ein „Brautgesang" für Solo, Chor und Orchester und ein imtrefflichsten volksgcmäßen Sthle gehaltenes schottisches Lied, „Treue Liebe", fürMännerchor.
Im 3. Concerte der Gesellschaft am 8. März präsentirtc sich Schnmann'sreizendes, stellenweise geradezu zauberhaft schönes Werk „Der Rose Pilgerfahrt"in einem für Wien neuen Gewände. Es wurde nämlich zum ersten male mitOrchcsterbeglcitung gegeben. Obwohl Schumann dasselbe ursprünglich zumZwecke privater Aufführungen bloß mit Begleitung des Claviercs componirthatte, so ist die bis 1867 in Wien üblich gewesene Wiedergabe in dieserOriginalform schon ans dem Grunde nicht zu rechtfertigen, weil der Meister,um das Werk eben größeren Kreisen zngängig zn machen, die Begleitung späterin'S Orchester übertragen hat. -) Freilich war die ausgezeichnete Aufführung unterHerbcck, so gewissenhaft auch alle musikalischen Reize bis in'S feinste Detail
') Die Ballctmusik wurde von Herbcck für Clavier zu 4 Händen uud zu 2 Händenarrangirt, der Geisterchor fand iu der von ihm veranstalteten Schubert-Ausgabe Aufnahme.
-) Wasielcwstu, Schumann S. 274 f.