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Zum ersten male »ach der Krankheit trat Herbeck in dem Gescllschafts-Cemcerte am 3. November vor das Cancert-Publicum. Das Programm botdes Guten beinahe zu viel. Zwei Gäste, und zwar die besonders im Bortrageschwedischer Lieder vorzügliche Schülerin der Jenny Lind, Mathilde Eunequistund Nubinstei», welcher Mozart's Clavier-Cvneert in O-inoU spielte, sorgtendafür, daß Länge und Eintönigkeit hier durchaus keine identischen Begriffewurden. Dazwischen erregten zwei vom Singvcreine vorgetragene „Volkslieder"— in Wahrheit Herbcck's Chöre „Liebcspein" und „Liebeslied" — den höchstenBeifall, und die letzten Strophen des zweiten Liedes mußten wiederholt werden.')Das zweite Conccrt am 1. Deccmbcr bot eine Aufführung der zum großenTheile vorher in Concerten nie gehörten Musik Schnbert's zu dem Drama„Nosamunde", welches Helmina von Chezy gedichtet hat. 2 ) Die Dichtung warzwar werthlos, aber die Musik desto schöner. Diese besteht in einer Ouvertüre,welche 1827 als Ouvertüre zur Oper: „Alfouso und Estrella" in Druckerschien, 3) einer Nomanze, dem Jügcrchor, dem Geistcrchor, dem Hirtenchor,zwei Ilintrs' uots für Orchester und einer Balletmusik. Die Gesänge erschienen1824 in Druck, die herrlichen Orchesterstücke blieben aber liegen und erschieneneben erst, nachdem Herbeck sie durch eine Aufführung der neuen Generationbekannt gemacht hatte. Das Drama wurde am 20. Deccmber 1823 im Theateran der Wien zum ersten male anfgeftthrtund Schnbert's Musik mit Beifallausgenommen. Die Ouvertüre — nämlich jene zu „Alphonso und Estrella" -—soll sogar zweimal wiederholt worden sein, was zwar billig anzuzwcifeln ist.'')Trotz dieses Erfolges wurde das Stück nicht öfter als zweimal anfgcführt undverschwand sammt der Musik auf immer vom Theater. Die Ursache davonmag wohl die dürftige Ausstattung und hauptsächlich die schon angeführteWerthlosigkeit der Dichtung gewesen sein, welche die Dichterin selbst mit ihrerUnkenntnis; des dem Theater an der Wien eigenthümliche» PnblienmS zubemänteln versucht. H In dem erwähnten Coneertc am 1. December gelangtedie ganze Musik mit Ausnahme des JügcrchoreS, mit liebevoller Hingebung
') Vaterland Nr. 304 I. 1867. Hanslick schreibt (Rene Freie Presse Nr. 1143 I. 1867):„Die beiden Chorticdcr gehören zn den schönsten Perlen, welche Herbeck aus vergilbtenalten Liederbüchern hcrvorgcholt und niit ebenso bescheidener als knnstgeübtcr Hand neugefaßt hat. Kein geinischtcr Chorvcrein sollte sich diese Bereicherung des Repertoires ent-gehen lassen." Bei dieser Gelegenheit äußerte Speidel (Fremdcnblatt Nr. 305 I. 1867):„Wenn der Singvcrcin zn singen anhcbt, ist cs jedesmal, als ob ein Hauch des Frühlingsdurch den Saal streiche."
ch Chezy „Unvergessenes" II. S. 259 s.
y Die jetzt zur „Rosamnndc" gehörige und von Herbeck auch anfgcführte Onvcrtnrcwurde 1820 zum Melodram „Die Zanberharfc" geschrieben. Nottebohm Schubert-KatalogS. 46.
H Krcißle, Schubert S. 285.
y Kreißle, Schubert S. 288.
H Chezy „Unvergessenes" II. S. 261.
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