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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
Seite
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heitere» Intermezzo »löge» die Mittheilnngc» über Berlioz' Aufenthalt inWie» geschlossen werde». Der Meister kam nachher nie mehr dahin. Kaumdrei Jahre darauf (9. März 1869) schied er zu Paris aus dem Leben.

Mit der Composition der großen Messe in L-uroU dürfte Hcrbeck diegrößte schöpferische That seines Lebens oollbracht haben. Wenigstens hat leineder folgenden Werke jene Einheit des SthleS und jene Hoheit der Gedankenaufznweisen, wie die Messe. Gleichwohl gelang Herbeck noch mancher kühneWurf, und eS wäre ungerecht, die Schöpfungen der letzten zehn Jahre geringzu schätzen. Bald nach Beginn des Jahres 1867, auf welches wir nun über-gehen, vollendete er einen kirchlichen Hymnus, „In axaelsis" für achtstimmigengemischten Chor n eayklin, ein Werk, das, in Erfindung und Durchführunggleich hervorragend, würdig ist, den bedeutendsten Erzeugnissen der Kirchen-musik an die Seite gestellt zu werden. Es zeigt dieser Chor, in welchem dieMcnschenstimme mit Meisterschaft behandelt wird, von einem, aus unendlichgewissenhaften Studien hervorgegangenen tiefen Verständnisse der alten italieni-schen, gerade in diesem Fache unübertroffenen Meister, ohne daß irgend woeine sklavische Nachahmung derselben zu Tage tritt. Kurz nach der Vollendungführte Herbeck dieses schwierige oyns als Einlage der li-moll-Messe, zu welcheres in Styl und Durchführung vollkommen paßt, in der Hofcapclle auf.

Am 28. Februar vollendete er einen Männerchor mit Clavierbegleitnng,„Mein Lieben", am 1. März „Froher Morgen", ein stimmungsvolles, im Volks-ton gehaltenes Sopranlied mit Orchcsterbegleitnng, zu welcher der Chor erst leise,dann immer kräftiger hinzutritt. Das Orchester arbeitet hier mit den einfachstenMitteln. Ucbcrhanpt weisen die Compositionen vom Jahre 1866 angcfangendurchaus das Bestreben auf, mit möglichst einfachen Mitteln zu wirken, und inder That kennen wir den Componisten der mit Blcchharmonie-Effecten beinaheüberladenen dritten Symphonie in den zarten „Tanzmomenten", in welchen diePosaunen gewöhnlich schweigen und die Trompete nur ganz verschämt ihrDasein vcrräth, kaum wieder. Am 4. März entstand ein Männerchor mitClavierbegleitnng „Zum Streit", welcher ganz im kecken Ton des „Landsknecht"gehalten ist und ein entschieden dramatisches Gepräge zur Schau trügt. „ZumStreit", „Froher Morgen" und Schubert'S „Morgengesang im Walde" dirigirteHerbeck in einem Concerte des Wiener Münncr-Gesang-Vereines am 17. Märzals Gast.') Den übrigen Theil des ConccrteS leitete sein Nachfolger in derChormcistcrschaft, Rudolf Weinwurm, ein ernster Künstler, dessen emsigesStreben zu den besten Hoffnungen für das fernere Gedeihen des Vereinesberechtigte. Herbcck hörte die von Weinwnrm dirigirten Nummern sich vomZusehanerranm des Saales aus an. Es war das erste mal, daß er eineröffentlichen Production des von ihm so lange Zeit hindurch geleiteten Vereines

y Jahresbericht 1867 S. 27.