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an und empfing ihn in dcr herzlichsten Weise. Er küßte Herbeck und beidesprachen nun lange Zeit in freundlicher und lebhafter Weise mit einander. H
Die Aufführung fand am 16. December Mittags im großen Nedoutcu-saalc statt. Am Dirigcuteupulte stand allerdings Berlioz, aber vor ihm, gegendas Publicum durch das Pult und die Person Berlioz' theilweisc gedeckt,Hcrbcck, dcr eigentliche Leiter des Concertes. Berlioz, krank an Leib und Seele,befand sich in einer furchtbaren Aufregung, und ohne die Unterstützung Herbeck'shätte die Aufführung wohl schwerlich ein gntcs Ende erreicht. Als das Englisch-horn während der Arie der Margarethe einen Fehler machte, gericth Berliozderart in Wuth, daß er einen Schrei, welcher im ganzen Zuschauerraumcgehört wurde, ausstieß und den Taktstab gegen den Kopf des Musikers warf.Herbeck fing den Stab glücklicherweise noch auf und übergab ihn dem Meister,welcher ausricf: ,0, so 8M8 nminllo n inort". 2) Doch hören wir, was Berliozselbst über die Aufführung schreibt:
„Die Verdammung Fanst's wurde gestern im großen Nedoutensaal voreiner riesigen Zuhörerschaft mit zündendem Erfolge aufgeführt. Ihnen von denHervorrufe», Blumen rc. zu erzählen, wäre lächerlich von mir. Ich hatte300 Sänger und 150 Justrumcutalisteu,-st eine reizende Margarethe -—Mademoiselle Bcttleim (Bettelhcim), die über einen glänzenden Mezzosopranverfügt, ein Tenor-Faust Walter, wie wir gewiß keinen gleiche» in Parisbesitzen, und einen energischen Mefisto, Mahcrhoffer: alle drei von der großenOper in Wien. Das Liebcsduett zwischen Faust und Margarethe, welches aus-gezeichnet gesungen wurde, unterbrach man dreimal durch Applaus. Der Sylphen-chor, die Irrlichter, der Ostergesang, die Hölle, der Himmel haben meine wohl-wollende Zuhörerschaft buchstäblich in Aufruhr gebracht (rovolutionnv). Hellmes-berger spielte das kleine Violasolo in der von Fräulein Bettlcim so schöngesungenen Ballade vom König in Thule in poetischer Weise."
Von den Leistungen des Chores und Herbeck's ist Berlioz entzückt.
„Welche frischen, regelmäßigen Stimmen! lind wie war das altes gut eiu-studirt vom Director der Gesellschaft der Musikfreunde, Herbeck, ein Orchcster-dirigeut ersten Ranges, der sich für mich vervierfachte, verscchzchufachte, verzwci-uuddrcißigfachte (gut 8'ost wm on gmckro, on 80120 , on troiito-äoux ponr moi)und der auch zuerst die Idee, mein Werk aufzuführeu, gefaßt hatte. Was soll ichIhnen sagen? Es ist die größte musikalische Freude meines Lebens" —st und
y Nach Mittheilungen des Herrn Hamcrik, des jetzigen Direktors des Peabody-Jnstitntcsin Boston, eines Schülers Berlioz', welcher den Meister damals begleitete.
2 ) Mittheilungen des Herrn Hamerik.
3) Das ist übertrieben, lieber das Orchester äußerte Berlioz: „Das ist kein Orchester,das ist ein Instrument, ein polyphones, automatisches, aber doch beseeltes Instrument, ckbsRute, London, Nr. 1 I. 1883. Das sticht gegen die Geringschätzung, mit dcr in Wien oftdie Leistungen des „Gesellschafts-Orchesters" besprochen wurden, bedeutend ab
i) Oorrssponäsucs ineäits cts Rector Lerlior, Rariv 1879, paA. 333 fs. Im Jahre1877 schrieb Herbeck an Hamcrik: „Mit vielem Vergnügen erinnere ich mich daran, daßSic vor zehn Jahren mit Berlioz, als dessen begeisterter Schüler und Verehrer, in Wienund Zeuge seines Triumphes waren, der wohl dcr letzte glänzende Lichtstrahl im Leben