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Jahre» i» Wie» geschah, wobei zudem die Wahl der Dirigenten jedesmal eineunglückliche war; bei außergewöhnlichen Anlassen aber ist ihnen eine Berechti-gung nicht abzusprcchcn, zumal wenn der Erfolg in künstlerischer und pecnniärcrBeziehung ein solch' ergiebiger ist, wie damals. Herbcck mußte angesichts dergroßen Sängermnssen für eine kräftige Begleitung Sorge tragen, zu welchemZwecke er zwei Militärcapcllen (circa 120 Blau») aufuahm. Allerdings thatdie Blcchharmonic manchem zarten Stücke einigen Eintrag, allein wäre dieBegleitung einem gewöhnlichen Coucert-Orchester übertragen worden, so hätteHcrbeck wenigstens eine dreifache Anzahl oon Musikern anfnchmcn müssen. DieProben mit dem kolossalen Körper bereitete» keine geringen Schwierigkeitenund Anstrengungen. Schon mehrere Wochen vor der Aufführung nahm Herbcckmit den einzelnen Mänuer-Gesang-Vereincn, oftmals in entlegenen Vorstädten,Proben vor und ebenso mit den Militärcapcllen in den Kasernen. Erst dannging er an die Abhaltung der vier Hauptproben.') Die Ausführung selbstfand am 25. October statt. Die Reitschule war bis auf den letzten Platz gefüllt.Mehrere Erzherzoge und die Hannover'sche Königsfamilie waren in der Hoflogeanwesend. Die Damen auf den Balkons waren in Balltoilettc erschienen; dieriesige Sängerschaar auf dem amphithcaterartig sich erhebenden Podium aus-gestellt: es war ein prachtvolles Bild.
Wie jede Unternehmung, an deren Spitze Hcrbeck sich gestellt hatte, führte erauch diese mit Energie, Talent und Glück durch. Als die Krone der Leistungen wurdeKreutzer's „Capelle", der „Chor der Schaarwache" ans Gretry's Opcr „Die beidenGeizigen" und Abt's „Vineta" bezeichnet. In „Viueta" wirkte das von einer solchenMasse von Sängern Prodncirte, unglaublich feine pmnmsimo derart verblüffend,daß sogar der Wunsch ausgesprochen wurde, mancher Opernsänger möge im Staudesei», ciu solches piano hervorzubringeu, wie es hier von mehr als 1000 Säugernhervorgebracht wurdeim Schaarwacheuchor hingegen, dessen Hanptreiz bekanntlichin dem allmäligen Anschwcllen des Tones vom pianmsiino bis zum lortissimo unddem ebenfalls wieder allmäligen Abnchmen desselben bis zum Verhauchen besteht,erregte ein mathematisch progressives or686enclc> und ckoeroscsnäo allgemeineBewunderung. Wirkte hauptsächlich in den beiden genannten Chören die Zart-heit in der Nuancirung, so war es bei Schubcrt's „Widerspruch" und Wagncr's„Pilgerchor" ans „Tannhäuser" die kräftige Entfaltung aller zu Gebotestehenden Mittel, welche eine geradezu begeisterte Stimmung im Publicumhcrvorricf. „Wchmüthig", sagt der oben genannte Referent, „erinnerten wiruns dabei (beim „Pilgerchor") an die armselige Wiedergabe dieses imposantenTonstückeö in unserem Opernthcatcr." Das finanzielle Ergebnis; des Festes,welches am 28. October mit gleichem Erfolge wiederholt wurde, war ein glän-zendes. Das Ncincrträgniß wurde zum Ankäufe von Staatsschuldvcrschreibungenim Reuuwerthe von 15.000 fl. E. M. verwendet, deren Zinsen einer Anzahl
') Jahresbericht des Wiener Mäimer-Gcsaua-Vcrciues 1807 S. 5.
-) Eduard Kalke im „Vaterland" Nr. 2L7 I. 1860.
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