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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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besondere den 1^» und M" Theil des ,6reäo" an, wie er ursprünglich warund wie ihn Zcrstörnngs- und Nengestaltnngssncht später verballhornt hat.Das ist nur das Gröbste. Schon am ,Xxriö" werden Sic, Ur- mit Abbildvergleichend, Ihre seltsamen Wunder erleben. Ebenso am ^Lanatus", ,11ous-üiotms" und ,Xc;un8". Am Glimpflichsten ist der Vandalismus noch mit deminenrimlms" umgegangen. Das schien den Barbaren denn doch zu schönund groß, um zersetzend daran zu Mückeln. re. re.')

Lnpianki 8nt. Wenn aus dem allen nun auch nicht hervorgeht, daß csgerade Nandhartinger gewesen sei, welcher dieseVerbesserungen" an Meister-werken der Kirchenmusik vornehmen zu müssen glaubte, so steht es doch ent-schieden fest, daß in dem Falle, als ihm dergleichen hehre künstlerische Ver-mächtnisse von seinem Vorgänger wirklich überkommen waren, er nichts, garnichts that, solche Zustände zu bessern. Ja noch mehr, unter seinem Regimewurden andere nicht qnalifieirbare Geschmacklosigkeiten eingebürgert und geduldet,welche die Würde des Gottesdienstes und die Pietät der Kirchenbcsnchcr nach-gerade verletzen mußten, und der Scandal wuchs, als die öffentliche Meinungdie Vorgänge, wie sie sich am Chor der Hofcapcllc abspicltcn, zu verurtheilenbegann. Hanslick erzählt, 2 ) er habe einen Fremden in die Hofcapelle geführtund bei der Gelegenheit zu seinem nicht geringen Erstaunen ein wohlgeblasencsFlügelhorn-Solo zu Gehör bekommen, woraus der stets bereite Wiener Witzeine neue musikalische Form unter dem Name»Cavallericmessen" schuf.Solchen Zuständen mußte über kurz oder lang ein Ende gemacht werde», undim Personale der Hofcapelle selbst fand sich der Mann, welcher am geeignetstenerschien, eine solche Arbeit zu verrichten: Herbeck.

Noch muß jedoch vorher über seinen Eintritt in de» Hofdicnst, welchersich unter eigcnthümlichen Umstünden vollzog, ausführlicher gesprochen werden.Der Leser wird sich zu erinnern wissen, daß Herbeck nach dem Jnbilänms-Conccrtc der Gesellschaft der Musikfreunde im Jahre 1862 aus dem Munde derMutter des Kaisers, der Erzherzogin Sophie, die schmeichelhaftesten Aenßernngcnüber seine Dircctionswcise vernahm (S. 135). Herbcck, dessen Wnnsch esschon lange gewesen, auf seinem Lieblingsfelde, der Kirchenmusik, wieder dauerndwirken zu könne», benützte die günstige Stimmung der Erzherzogin, um dieselbezu bitten, sie möge ihren Einfluß dahin geltend machen, daß ihm die Expeetanzans die Organistenstelle in der Hofcapclle verliehen werde, nachdem ihm kurzvorher seine darauf sich beziehende, beim Hofrathe Drüplcr und Fürsten Liechten-stein vorgebrachte Bitte von beiden Herren rundweg abgeschlagen worden war.Die Erzherzogin versprach, dies zu thun, indem sie sagte:Ich werde sprechen,was ich kann". 3)

Was weiter geschah, hat Herbeck ausführlich ausgezeichnet. Diese unge-künstelte Darstellung folgt hier im Wortlaute:

') Brief des Grafen Laurcncin vom 28. November 1866.

-) Nene Freie Presse, Nr. 152 I. 1865.s) Tagebuch.