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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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eigenthümlicher, scharf accentuirtrr Bortrag prädestinirtcn iha vor allem dazu.')Schnorr hatte sich bei der, auch körperlich äußerst nustreugeudeu Darstellungdes Tristan erkältet. Nach den vier Tristan-Abende» sang er »och in einemPrivat-Concerte beim Könige und reiste am nächsten Tage nach Dresden, woihn bald eine gefährliche Entzündung des Kniegelenkes ergriff, welche in kurzerZeit seinen Tod herbeiführte. Wagner eilte nach Dresden. Der Kutscher, derihn zum Tranerhanse fuhr, erzählte, daß an die 20.000 Sänger znsnmmen-gekommcn wären.In" sagte Wagner,der Sänger ist eben dahin." Wagner kamzu spät zum Leichenbegängnisse,^) welches inzwischen feierlich stattgefnndcn hatte.

Freilich wurde man den edlen Sänger ohne Sang und Klang in dieErde gesenkt haben, obwohl gerade tausende von Sängern in Dresden ver-sammelt waren, Hütte nicht Herbcck, der ein begeisterter Verehrer seinesKünstlerthnmeS war, die Betheilignng des Wiener Männer-Gesang Vereines ander Leichenfeier angeregt. Am Morgen deö 23. Juli fand dieselbe am. Fried-Hofe statt, wobei Herbcck im Namen des Vereines einen Blumenkranz ans denSarg legte und Neißiger'sWanderers Rachtlied" dirigirle.

Für das Brannschwciger Mnsikfest wurden im Winter und Frühling1865 große Vorbereitungen getroffen/') Es bedurfte einer ausgedehnte» Cor-rcspondcnz zwischen dem Concert-Comitv, an dessen Spitze Ur. Hans Sommerstand, und den vielen in der Ferne weilenden Mitwirkenden, um die noth-wcndige Verständigung herbeizuführcn. Ursprünglich waren zwei Dirigentenfür das Fest bestimmt: Franz Abt, herzoglicher Hofcapcllmeister in Brann-schwcig und Herb eck. Die Aufstellung des Programmes, an welchem Herbeckeinige Aenderunge» wünschte, die auch großenthcils vorgcnommen wurden,besorgte das Eomitv. Dasselbe bewies bei Wahl und Zusammenstellungdes Programmes ein seltenes Geschick und einen auserlesene» Geschmack.Wenn man weiß, wie die Programme der meisten Musik- und Sänger-feste überladen werden; welche Anforderungen man an Ausübende undZuhörer stellt; welches Conglomerat von Musikstücke» bei solchen Gelegenheitenals ei» Programm hingestellt wird: so muß man das Maß- und Zielhnltender Brnnnschweiger rückhaltslos anerkennen.Nach Ihrem Vorschlag kann dasPublicum genießen", schreibt Herbcck an Ur. Sommer,wenn es z. B. ineinem Conccrte denSamson" hört und nicht obendrein mit ein paar darauf-folgenden Werken sozusagen todtgcschlagen wird." ')

st Wagner schreibt an Herbeck, daß zn einer richtigen Tannhäuser-Vorstelliing vor allemnamentlich ein Darsteller für die so sehr cxeentrischc Nolle des Tannhänser, wie ich ihnjetzt nach Schnorr's Tode leider in Deutschland nicht kenne" gehöre. Briefe Wagner's vom1. April 1870, Anhang S. 37.

st R. Wagner gef. Schriften VII. S. 221 ff.

3) Es war dies nicht die erste größere Mnsitanffnhrnng, die in Braunschwcig stattfand.Spohr erwähnt 1836 nnd 1844 großer Mnsikfcstc daselbst. Spohr Sclbstbiographic II.S. 212 n. S. 288.

st Brief vom 29. Decembcr 1864, Anhang S. 63.