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Am 11. Juni „Frühlings Neberschwang", gemischter Chor;
„ 15. „ „Die Studenten", Mannerchor mit Soli;
„ 20. August „Die hohe Jagd", Mannerchor mit 2 Hörner, welcher,obwohl nicht unbedeutend, den Chor „Znm Walde" doch nicht erreicht und? „Waldhorullang", Mannerchor mit einem Horne; ferner AnfangsOctober ein „Baunerspruch" für den Männcr-Gcsang-Verei».
Im Herbste vollendete Hcrbeck sein 2. Streichquartett in INäur, welchesschon im September 1859 skizzirt und thcilwcisc anögcarbeitct worden war.Den Winter über ruhte die Arbeit, und gelegentlich eines Besuches Franz Liszt'Sim Sommer 1860 nahm er das Werl gemeinsam mit diesem Meister und mitseinem Freunde Peter Cornelius in der Wohnung des Mnsilverlcgcrs KarlHaslinger durch.') Haslinger war ein warmer Freund der Musik und ihrerJünger, und sein Haus bildete im Winter den Sammelpunct junger Talenteund fremder, in Wien weilender Künstler. Schon seit mehreren Jahren hatteer „Soirvcn für Novitätenproductioneu" in seiner Wohnung veranstaltet,welche sowohl Künstlern als Kunstfreunden geöffnet war. Hier spielte Herbeckgemeinschaftlich mit Liszt das Werk einem kleinen, auserlesenen Kreise vor,und die Bemerkungen, welche Liszt darüber machte, galten ihm als Andeu-tungen für die weitere Ausführung oder für vorzunehmcnde Aendcruugcu.Es ist eine vornehme, originelle Arbeit eines warmblütigen, geistvollenKünstlers, der die Effecte der Instrumente genau kennt und den nebstgesunder Phantasie auch ein seltenes Formgcfühl anszeichuet. Wer Herbeck'sQuartett zum ersten male spielen hört, mag bald errathen, unter welcher Zonesein Autor geboren und gelebt, denn ruhige Heiterkeit, die allerdings hier unddort in einem kecken, echt österreichischen Ländler sich Luft zu mache» drohtund tiefe Melancholie, wie sie die slavischen und magyarischen Weisen durchzieht,bilden trefflich einander gegenüber gestellte Gegensätze in diesem durchaus eben-mäßig gegliederten Werke.
Das tiefsinnige Largo dürfte das ansprechendste und auch dankbarsteStück des Quartettes zu nennen sein, am originellsten aber ist zweifellos dasFinale, „Zingnrese" überschnelle». Da meint man sich in der That in einZigeunerlager versetzt, inmitten der den zügellosen Csardas tanzenden wildenGestalten. Der Einfluß Schubcrt's, welcher — sein herrliches O-moil-Qnartettu. a. m. bezeugen dies — die zauberhaften Klänge der Zigeunermusik in eineideale Sphäre erhob, ist hier unverkennbar. Das Quartett, welches am 25. No-vember von der Gesellschaft Hellmesberger in gewohnt ansgezcichncter Weiseaufgcführt wurde, trug dem Componisten, besonders nach dem Largo, einensolch' stürmischen Beifall ei», daß er zweimal vortreten mußte, um zu danken. 2)
') Das im Besitze der Witwe Cornelius befindliche handschriftliche Tagebuch desselbenberichtet kurz über diese Qunrtctlprobe.
2) Tagebuch.