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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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entschied aber, die Hunde fortbellen zu lassen und die Entgegnung, welchehöchstens zu einer Gegcn-Entgegnung geführt hätte, ohne an der Sache selbstetwas zu ändern, zu den Acten zu legen. Der überwärme Eifer der der Sing-akademie freundlich gesinnten Journale kühlte sich indcß bald bedeutend ab, daja auch die besten kritischen Freunde jener fanatischen Clique, welche am liebstenam Hellen Tage durch die Straßen Wicn's gezogen wäre, um eine» Vernichtungs-krcuzzng gegen Herbcck und alles was Singvercin hieß, zu predigen, bald einsehcnmußte», daß sic sich unsterblich blamircn würden, wollten sie öffentlich von einerkünstlerischen Uebermacht der Singakademie, ja nur von einem Gleichgewichtebeider Vereine sprechen.

Die schöpferische Thätigkeit Herbeck's beschrankte sich im Herbste ans dieComposition eines gemischten Chores „Durch Nacht zum Licht". Die Mußedes Weihnachtsfestcs benutzte er zum Schaffen eines brillanten geistlichen Liedesfür gemischten Doppelchor, auf welches diese Blätter noch zurücktommen werde»und eines „Jagdlicdes" für Doppel-Männerchor, wozu ihm vielleicht das erstkurz vorher anfgcführte Jagdlicd Schnbcrt's die Inspiration gegeben haben mag.

Im Januar des Jahres 1859 entstanden:

am 8. „Der traurige Jäger" für Männerchor, ein düsteres welt-schmerz-sattes Bild, am 10. das studentisch fesche „Wanderlied der Prager-Studenten", am 11. der gemischte Chor „Waldvöglein", ferner die nicht aus-gcführte Skizze eines gemischten Chores „Weder Mond noch Sterne", am 15.zwei Lieder für eine Stimme mit Begleitung des Clavieres n. zw. das imungarischen oder besser gesagt Zigenner-Style gehaltene „Mein Liebchen isttreulos" und „Wink". Im Februar entstand noch ei» gemischter Chor mitClavierbegleitung „Gott ist und bleibt der König", welchen er unter dem NamenBernhard Klein in den Singverein brachte.') Da er einsah, daß er durch einesolche Taktik den angestrcbten Zweck einer vornrthcilsfreien Aufnahme erreichte,so setzte er dieselbe in der Folge auch fort, indem er das im Herbste com-ponirte „Jagdlied" unter dem Namen Vierling in den Männcr-Gesang-Vereincinführte. Das Stück gefiel außerordentlich, wodurch Herbeck sich leider veran-laßt sah, den schützenden Schleier der Psendonhmität zu früh zu lüften. ImConccrtc am 10. April gefiel das Lied nicht sonderlich; freilich konnte Herbecksich trösten, indem es dein herrlichen „Mondenschcin" von Schubert auch nichtbesser erging. „Dieses wunderbare ätherische Bild," sagt Herbeck, „geht diesmalbeinahe spurlos vorüber, was wohl, um gerecht zu sein, den durch die Probengänzlich rninirtcn Tenoristen theilwcise zuzuschreiben, und wird in der Presse„ein nicht bedeutendes Stück" genannt. Solchen frechen Aeußerungcn derUnwissenheit gegenüber kann man nichts thun als schweigen, bis Gelegenheitkommt ein langes Sündenregister dieser sogenannten Kritiker zu veröffentlichen." 2 )Dasselbe Concert gab Herbeck auch Anlaß, mit Richard Wagner in brieflichen

>) Tagebuch.2) Tagebuch.