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— saß ein Mann van außerordentlicher Begabung und ausgezeichneten musika-lischen Kenntnissen: Ooetor xiiilosoxiüas Ferdinand Graf Laurencin. Univer-selle Bildung und gründliche Kcnntniß der gesamintcn musikalischen Literaturbefähigten ihn vor allem zum Schriftsteller. Unter dem Name» „Philokales"schrieb er Musikartikel in Bänerlc's Theater-Zeitung, die „Neue Zeitschrift fürMusik" zählte ihn in die Reihe ihrer Mitarbeiter, und eine treffliche, spätererschienene Brvchure „Zur Geschichte der Kirchenmusik bei den Italienern undDeutschen" stammt aus seiner Feder. Auf dem Gebiete der Kirchenmusik ist erbewandert wie vielleicht kein Zweiter. Es dürfte kaum eine Messe der bedeu-tenderen, ja kaum der minder bekannten deutschen und italienischen Componistengeben, die Laurencin nicht gründlich inue hätte.
Herb eck, dem doch eine umfassende Kenntniß dieses Gebietes und eineabnorme Gcdüchtnißkraft nicht abgesprocheu werden kann, war oftmals geradezuverblüfft darüber, wie der Graf die Werke obscurer Kirchen-Componisteu der Reihenach aufzählen und ans Verlangen auch gleich ganze Stellen aus solchen amClaviere wiederzugeben vermochte. Als gründlicher Contrapnnctiker und Kennerdes Instrumentes füllte er seinen Platz bei der Orgel würdig aus.
Die Violinen leitete Groidl, ein tüchtiger Spieler, der später bei allenvon Herbeck dirigirten Concerten tapfer mitwirkte, und als Solisten standihm ein prächtiger Mezzosopran, Fräulein Ferrari, zur Verfügung, welchespäter als Sängerin auf den Theatern in Braunschwcig und Hannover wirkte. >)Der Geist der Aufführungen war ein vorzüglicher, und ein intimer Kreis vonKunstfreunden fand sich denn auch allsountäglich in der Kirche ein, um dermeist trefflichen Wiedergabe hervorragender Werke zu lausche».
Aus Herbeck's Ausschreibungen geht das Repertoire der ersten Zeitseiner Thätigkeit hervor.
I. Jänner. Messe in v-moll von Ludwig Rotter.
Offertorium von Herbeck.
Graduate mit Sopransolo (Fräulein Verstler) von Notier.
4. Messe in 6-mo11 von Bernhard Hahn.
6. Messe in 0 von Mozart.
II. Messe von Mozart (mit dem Orgelsolo im Benedictus).
18. Messe in 6 von Kempter.
Offertorium in ^ von Franz Schubert (Frl. Schwarz).
25. Messe iu 0 von Schubert.
Graduale von Rotter.
Offertorium von Sacchini.
Von eigenen Messen führte Herbeck jene in später die in 1?-äur
und die Mäunerchor-Messe in 6-äur ans, wobei sich viele Mitglieder desWiener Mäuner-Gesang-Vereines betheiligteu. Diesem Vereine trat Herbeck im
') Brief an Abt, Anhang S. 50. Sic heiratete später den Schriftsteller Emil Kuh,den bekannten Hebbel-Biographen.